Für Euch, lieber Chor, war dieses Konzert das Tour-Abschluss-Konzert, doch für mich sollte es eine Premiere werden. Mein erstes Celebrate Konzert - als Zuhörerin. Ich würde neben meinen Eltern sitzen, ich hätte mich vor dem Konzert noch zu den Sängerinnen und Sängern dazu gestellt, hätte ihnen viel Spaß gewünscht, wäre sentimental und ein bisschen neidisch gewesen und hätte beim Konzert viel Spaß und bestimmt das ein oder andere Glitzern im Augenwinkel gehabt. Hinterher wäre ich begeistert gewesen. Dachte ich.

Dann bin ich Martin über den Weg gelaufen, wir sind essen gegangen und er hat meinen schönen Plan vereitelt. „Aber natürlich singst du mit.“

Wir hatten die Ehre, den bekanntlich schönsten Tag eines Paares musikalisch untermalen zu dürfen.

Wir trafen uns mit der üblichen studentischen Viertelstunde Verspätung an der Kirche.
Nach einem zufriedenstellenden Soundcheck mit den letzten Feinjustierungen sangen wir uns im Nebengebäude der Kirche ein. Mit wohlklingenden Gesängen wie "p-t-k-pp-tt-kk" und "Dona Nobis Pacem" wärmten wir unsere Stimmbänder auf. Mit einem kleinen Spurt zur Kirche (es regnete recht kräftig) ging es los.
Wir erlebten einen gut gelaunten Pfarrer, ein buntes Publikum an Hochzeitsgästen, besonders viele sehr junge und aufgeweckte Gäste (sie waren einfach zum Knuddeln) und natürlich ein freudestrahlendes Brautpaar.
Wir begannen, begleiteten und beendeten die Zeremonie mit stimmungsvollen Liedern wie "I will celebrate", "Lean on me" und "Oh happy day". 
Mir hat es sehr viel Spaß und Freude bereitet. Aufgrund der zufriedenen Gesichter und des Mitklatschens schien es der Hochzeitsgesellschaft ähnlich zu gehen.
Ein schöner Tag!
Wer heiratet als nächstes?!

Es ist Sonntag 7.30 Uhr und ich schlafe noch. Doch einige Celebrate-Sänger sind schon auf den Beinen und trudeln am Treffpunkt (Hauptbahnhof) ein. Heute geht es nämlich zum Seemannskirchenfest nach Prerow. Die Langschläfer treffen sich erst 3 (!) Stunden später und bekommen noch das Ende des Gottesdienstes mit, den die Frühaufsteher musikalisch umrahmen. Dann geht es wie immer ganz schnell: umziehen, zur Bühne und los geht es.


Und dann fängt es an zu regnen – wäre ja sonst auch ziemlich langweilig. 

21. August 2010: unsere Darß-Tradition geht in die dritte Runde. Wieder heißt es ziemlich früh aufstehen, denn schon um acht ist Treffpunkt am Bahnhof. Schnell noch alle Sänger auf die Autos verteilt und los geht es, denn wir dürfen zum zweiten Mal Open Air bei der Darßer Arche singen. Diesmal kennen wir sogar schon den Weg durch die verwinkelten Dorfstraßen.

Wie letztes Jahr werden wir freundlich empfangen und bekommen einen luftigen Vorbereitungsraum zugeteilt. Wie letztes Jahr treffen wir uns etwas verspätet endlich auf der kleinen Wiesenbühne. (Diese lässt sich hinterher zu einem einzigen Anhänger zusammenklappen - sehr mobile Bühne sozusagen.) Da wir heute aber nur etwa 25 Leute sind, finden wir bequem Platz und müssen uns nicht drängeln. Wie letztes Jahr dauert der Soundcheck etwas länger als erwartet und der Techniker wirkt leicht überfordert. Wir fangen mit Verspätung unser Konzert an und wie letztes Jahr trudeln nach und nach die Leute ein und hören zu. Wie letztes Jahr sitzt Martin am Klavier und das Dirigat wird abwechselnd von eifrigen Chormitgliedern übernommen. Wie wir es vom Darß gewohnt sind, sind die Leute äußerst freundlich, lachen über Martins Moderationswitze und spenden kräftig Applaus.

 

Im Februar fragte mich Leo, ein Freund und Nachbar meiner Eltern, was man eigentlich tun müsse, wenn man unseren Chor mal buchen möchte. So im Sommer, Mitte Juli. Ganz einfach, meinte ich, über das Kontaktformular auf unserer Homepage anfragen. Bei diesem unverbindlichen Interesse ist es dann erstmal geblieben, bis Mitte April ein erschrockener Leo sagte „Ihr seid ja schon völlig ausgebucht!“. Wir sind ja sooo wichtig ;)

Glücklicherweise haben wir sein Geburtstags- und Sommerfest noch grade so in unserem übervollen Tour-Kalender unterbringen können. So trafen sich am 24.07. etwa 40 Sängerinnen und Sänger am Lindenpark, die meisten noch müde vom Konzert in Klausdorf, manche schon im Kopf mit der Planung für das Konzert in der Wismarer Nikolaikirche beschäftigt.

Unser Engagement wurde dafür von einem sehr dankbaren Publikum und einem großzügigen Auftraggeber belohnt: Verpflegung von Buffet und Grill ließen uns sogar den kalten Wind kurz vergessen. Unsere charmante Wettervorhersage (Leeeooo schneid den Kuchen an, sieh der Wind treibt Regen übers Land, hol die goldenen Gabeln, hol die goldenen Gahabeheln… ) hat sich zum Glück nicht bewahrheitet.