Voller Erwartung auf ein ereignisreiches Chorwochenende steigen wir gegen 17 Uhr in den Zug Richtung Teterow. Nach ein paar Umwegen, durch welche wir die Gelegenheit bekamen, das Dorf genauer kennenzulernen, kamen wir pünktlich zum Abendbrot in der schönen Jugendherberge, welche an einem idyllischen See gelegen war, an. Nach der ersten abendlichen Probe erklärte uns das Spieleteam das Klammerspektakel, welches schon am ersten Abend eskalierte, aber eine tolle Gelegenheit war, die ersten Hürden des Kennenlernens zu überwinden. Zusätzlich wurde ein geheimnisvoller Zettel an das Schwarze Brett geschlagen. Auf diesem Zettel wurden alle Opfer des nun auch beginnenden Mörderspiels aufgeführt. Ich, der kleine Ersti, musste als erstes dran glauben. Als nächstes an unserem Kennenlernabend folgte ein spannendes Riff-Off Battle, bei dem es spannend herging. Der Abend konnte dann mit tollen Gesprächen, Gesang und dem ein oder anderen Gläschen ausklingen. 

Seitlich am Gang türmt sich das Buffet gefüllt mit saftigen Muffins, frischen Salaten und knusprigen Pommes. Aus den Boxen dröhnen Bässe und auf der Tanzfläche wird ausgelassen gezappelt. Ganz richtig, wir befinden uns in der „Pumpe“, um unser Abschlusskonzert zu celebrieren.

Bis dahin war es ein weiter Weg und da jeder seinen Chorblog von vorne erzählt, tue ich das heute mal nicht. Wir gehen quasi rückwärts in die Stadthalle und landen samt schwarzem Outfit und Krawatte auf der Bühne. Traditionell endet unser Winterkonzert mit „Dankeschön und auf Wiedersehen“ sowie „Oh Happy Day“. „Engel“ von Rammstein, ein Relikt, welches noch aus der ersten Landeschorwettbewerb-Teilnahme von CELEBRATE stammt, fungiert als Höhepunkt unserer Vorstellung. Zudem enthält unser Set wie immer auch eine obligatorische Nummer von Queen → „Killer Queen“.

18. August 2018, morgens halb zehn in Rostock: Eine Gruppe motivierter Sängerinnen und Sänger, bepackt mit Auftrittskleidung und Verpflegung, macht sich per Zug auf den Weg zum größten Binnensee Deutschlands, nach Waren an der Müritz. Dort angekommen geht es zu Fuß in die Altstadt Warens, die direkt am Hafen liegt. Beim Weg durch die Altstadt kommt bei mir „Klassenfahrt-Feeling“ auf und den Bewohnern, die uns nachschauen, scheinen wir auch nicht alltäglich zu sein. Das Wetter ist traumhaft sonnig und warm mit gefühlten 30°C im Schatten – genau das richtige Wetter für ein gemeinsames Eis-Essen am Hafen, bevor es los geht.

Auch dieses Jahr bekommen wir den vollen Service der Freiwilligen Feuerwehr und werden von der Altstadt zum Auftrittsort gefahren. Der Auftritt findet im „Kurzentrum Waren (Müritz)“ statt. Nach kurzem Einsingen und Soundcheck geht es los. Der Saal ist bis auf einen Platz voll ausgebucht. Als Moderatoren leiten uns Martin und Steffen durch das einstündige Abendprogramm. Mit einem breit gefächerten Repertoire, von Kindheitswünschen einzelner Chormitglieder („Holding out for a Hero“), über „Proud Mary“ bis zum Lied für alle „Ohne dich“, können wir auch dieses Jahr das Publikum begeistern. Als Zugabe singen wir „Aha“ und verabschieden uns mit „Dankeschön und auf Wiedersehen“.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof machen wir noch fix beim Döner-Imbiss halt, bevor es per Zug zurück nach Rostock geht. Für mich, als „Erst-Semestler“ im Chor, war dieser Auftritt eine gute Möglichkeit, neben dem Singen sowohl die Stadt als auch die anderen Chor-Mitglieder besser kennenzulernen und somit auch weitere Schweden-Fans zu finden. Många hälsningar och vi ses.

Dicke Schweißtropfen kullern über die Gesichter. Es herrschen wirklich tropenähnliche Temperaturen. Dieser Sommer ist der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und das Semesterabschlusskonzert steht in den Startlöchern. Wir werden an diesem Tag alles dafür geben, dass dies ein Event der Superlative wird und lassen uns von wetterbedingten Faktoren nicht davon abhalten, unsere Liebe zur Musik mit dem Publikum zu teilen.

Schon den zweiten Sommer in Folge ist die Halle 207 vom Volkstheater der Ort des Geschehens. Die alte Schiffbauhalle hat ihren ganz eigenen Charme und wir freuen uns unglaublich, hier wieder Singen zu dürfen.

Mit dem altbekannten Dauerbrenner „Holding out for a Hero“ betreten wir die Bühne und werden von einem tosenden Beifall begrüßt. An dieser Stelle bekommen wir schon eine fiese Kostprobe vom gleißenden und heißen Scheinwerferlicht. Aber das macht uns nichts aus. Davon unbeirrt berichten wir mit „No Roots“ von unserem wurzellosen Dasein und tanzen beschwingt zu einem Hit der Beach Boys. Dabei wippen schon die ersten Gäste aus dem Publikum begeistert mit. Übrigens, unsere beiden charmanten Moderatoren für diesen Abend, Stefan und Steffen, haben allen Anwesenden zuvor richtig eingeheizt. Allerdings bezweifeln sie gegenseitig ihr Moderationstalent. Völlig zu Unrecht, wie wir alle finden! Die beiden können das ausgesprochen gut! 

Samstag, 09.06.2018, 11.15 Uhr. Schwarz gekleidete Personen nähern sich dem alten Markt in Rostock. „Ich habe mich schon gefragt, ob ihr eine Trauergemeinde seid. Aber dafür seid ihr zu gut gelaunt. Und dann habe ich die bunten Krawatten gesehen…“ – so die Aussage eines älteren Herren.

Ja, wir sind der „Krawattenchor“. Und der hatte die große Ehre, ein vom NDR komponiertes Lied für den 800. Geburtstag der Stadt Rostock zu singen. Aber nicht nur das; es wurde sogar ganz professionell ein Video von und mit uns gedreht. Und das bei knapp 30°C Außentemperatur und prallem Sonnenschein. Unterstützt wurden wir dabei vom Shantychor Luv un Lee und von einigen singfreudigen Rostockern. „Wir sind Rostock“ trällerten wir, natürlich mit Choreo, mehrere Stunden lang und erfreuten so unter anderem ein großes Team des NDR inklusive drei Kameras und einer Drohne. Es gab auch Einzeldrehsequenzen, in denen der eine oder andere seine besondere Liebe zum „Heimathafen Rostock“ demonstrieren konnte.

Und damit wir auch alle berühmt werden, konnte man uns am gleichen Abend im Nordmagazin im Fernsehen bewundern, für das Freddy ein tolles Interview gegeben hat. Das Endresultat des Videodrehs wurde am 22.06.2018 im Rahmen der Live-Sendung des Nordmagazins vom Hansetag Rostock aus dem Stadthafen präsentiert. Und tatsächlich: Dort glitzerte das Wasser auch grün-blau!

Hier geht's zum Video:

 

 

Am Wochenende vom 1. bis 3. Juni 2018 fand unsere Chorfahrt nach Wismar statt.  Über alle drei Tage spielten wir ein Mörderspiel. Naja - alle anderen spielten es. Ich selbst war schon wenige Stunden nach Anfang des Spiels tot. Ermordet von Jonathan Raesch (Name geändert, Anm. der Redaktion). So konnte ich aber trotzdem am nächsten Tag bereits bei seinem Prozess zusehen. Er wollte zu schnell zu viel.

Am Abend konnte wir zwischen zwei Arten Stockbrot wählen: Leckerem und Süßem. Leider war meins etwas zu dick gewickelt und ich saß sehr lange da, aber danach schmeckte es umso leckerer.

Am nächsten Tag wachte ich mit Halsschmerzen auf. Ein Gefühl, das wir alle noch das ganze Wochenende über haben würden, aber wir wischten es heroisch beiseite und absolvierten die Proben ohne Murren.