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Lieber Chor,
obwohl, glaube ich, sich schon jemand für den Chorblog gemeldet hat, MUSS ich auch etwas schreiben, da ich nämlich noch im Nachrausch von Waren bin und es unbedingt mitteilen möchte. Am Sonnabend, dem 25. Juli, ging es mit dem Zug nach Waren. Dort angekommen, entschied sich Maddin, nicht wie beim Auftritt zum Stadtjubiläum nach links zu gehen, sondern die kleine Stadtführung rechter Hand zu beginnen. Bei Sonnenschein, sehr angenehmen Temperaturen, ganz anders als  gedacht, und bei einer steifen Brise zogen wir los. Nach einem kurzen Marsch schlug uns schon der typische, für mich sehr vertraut und angenehm, Wassergeruch entgegen, ohne dass wir die Müritz erblickten. Aber dann lag sie in ihrer ganzen Schönheit vor uns und mit ihr auch die Standpromenade von Waren, die gut besucht war. Den süßen Verlockungen eines italienischen Eiscafes konnten wir nicht widerstehen, obwohl die Verkäuferin dort nicht in der Lage war, uns ein freundliches Lächeln oder einen sonnigen Blick zu senden. Egal, wir verputzten unser Eis nahe dem Wasser und verfielen sogleich in eine Urlaubsstimmung: " Herz, was willst du mehr!!?? "
Nach dieser wohltuenden Pause schlenderten wir zum Parkplatz, von dem uns ein kleines Feuwehrauto, wie aufregend, abholte, d.h. acht Mann hatten Platz, und der Rest ging zu Fuß, wurde aber von unserem Shuttlefahrzeug nach der ersten Tour aufgesammelt und auch zum Kurhotel gebracht. Wir schauten auf ein modernes Gebäude, umgeben von bunten Blumenbeeten, an dessen Eingangn ein grauer Springbrunnen in der Form eines Pilzes stand. Durch das prächtige Foyer, sein farbiger Teppich ist ein echter Hingucker und macht umgehend fröhlich, gingen wir schnurstracks eine breite geschwungene Treppe hinauf in den Probenraum. Torben rief uns dann zum Soundcheck. So einen großen und ansprechenden Saal hatten wir in einer Kureinrichtung nicht erwartet! Das Beste aber war die wunderbare Akustik, natürlich auch mit ein Grund, dort nochmal aufzutreten. Auf der Bühne hatten wir, ca dreißig Personen, sogar Arm-und Beinfreiheit, sodass einem schwungvollen und fröhlichen individellen Ausrasten ja gar nichts mehr im Wege stand. Das Konzert begann, und die Zuschauer blickten erwartungsvoll. Wir gaben alles, sangen aus vollen Kehlen, zeigten ein Lächeln, nur bei " Bohemian Rapsody " nicht, versuchten uns in einer aufrechten und leicht angespannten Körperhaltung bis zum Ende und genossen das rhythmische Zappeln. Wir waren gut in Form und hatten das Publikum recht schnell auf unserer Seite, was bei den überschwänglichen Mecklenburgern ja nicht immer gleich der Fall ist. Etwa fünfundvierzig Minuten sollten wir singen, aber es wurden fast neunzig Minuten daraus, und das kann sich doch sehen und hören lassen!!!
 
Völlig euphorisiert und mit einem nicht enden wollenden Grinsen genossen wir Applaus und Zugaben. Das übliche Danachfoto wurde am Brunnen gemacht, und ab ging es mit diesmal sogar drei Fahrzeugen Richtung Stadtzentrum. Je nach Geschmack landeten die Grüppchen dann mit viiieeel Hunger im Bauch im Eiscafe, beim Döner, beim Bäcker am Markt oder anderswo. Leicht verspätet fuhr der Zug wieder Richtung Rostock. Wir waren noch sehr aufgedreht, es wurde viel erzählt, gelacht, gesungen und  fotografiert. Bis auf einen älteren Mann hatten wir das ganze Abteil für uns und konnten unserem Freudentaumel freien Lauf lassen, jeder, wie er will - mal leise, mal laut. Ich kam mir, ehrlich gesagt, etwas vor wie " auf Droge " und wusste gar nicht so richtig, wohin mit der Glücksenergie.  Aber das Highlight der Bahnfahrt war der Schaffner, auch Zugbegleiter genannt. Dieser Mann war so offen und witzig in seiner Art, dass wir viel zu lachen hatten. Mächtig erstaunt waren wir, als wir in einer Durchsage unseren Chornamen hörten und er vom Konzert im IGA-Park sprach. Das hatte Stefan heimlich und ganz geschickt eingefädelt! Natürlich bedankten wir uns beim Schaffner, als er wieder durch unseren Wagen huschte, für seine Worte. Angekommen in Rostock, sangen wir auf dem Bahnsteig für unseren Zugbegleiter noch ein Ständchen, von dem er gerührt war, und auch wir, so glaube ich, genossen diesen Augenblick. Frei nach dem Motto:" .... auf den Moment, der immer bleibt! "
Ende gut, alles seeeehhhr gut!!!!!!!
 
Da ich ja noch Glücksgefühle in Massen übrig hatte und die einfach rausmussten, setzte ich meine Umarmungen nebst Danke schön, die ich in Waren schon bei Jan und Torben begann, bei Maddin unten im Bahnhof fort. Das musste jetzt sein, passte zur Situation und tut ja auch beiden Seiten gut, finde ich! Die Gruppe löste sich auf, Rad- und Straßenbahnfahrer, in meine Richtung kam keiner. Das machte aber gar nichts, ich ging heiter und beschwingt, glücklich und mit vielen Eindrücken und Gedanken nach Hause. Fast hätte ich es vergessen, ich freute mich natürlich sehr, dass Silke extra aus Berlin zu unserem Auftritt kam! So, jetzt aber: Aus die Maus! Reicht! Kurzfassungen sind nicht so mein Ding, schon gar nicht, wenn es um etwas Schönes geht.
Und dieser Tag war für mich wirklich mehr als schön - ein großes Dankeschön an alle, die dazu beitrugen!!!!!!!!!!!
                                                                                                                                      
Katja Stolle