Drucken

2. Sommertourkonzert in Wieck

Nachdem wir mit einem furiosen Opening im Zirkus Fantasia unsere Sommertour gestartet hatten, ging es am Sonntag Morgen zum nächsten Konzert nach Wieck. Dort sollten wir im Rahmen des „Gaffelriggs“ die NDR 1-Bühne rocken. So trafen wir uns zwar müde, aber gut gelaunt um kurz nach 10 am Hauptbahnhof. Leichter Nieselregen setzte währendessen ein, von dem wir uns nicht stören ließen. Von dort aus sollte unsere dieses Mal luxuriöse Reise per Auto (nicht mit dem Zug), los gehen. Als wir feststellten, dass nur wenige Tenöre mit uns die Reise antreten würden (nämlich genau einer) wurde kurzerhand beschlossen, dass Maddin nicht dirigieren, sondern Klavier spielen würde und Jan den Tenor unterstützt. Herausforderung 1 somit gelöst. Die Aufteilung auf die Autos stellte alsdann die nächste Herausforderung. Nach einigem hin und her legten wir dann eine provisorische Fahrverordnung fest:

  1. Technik und Chorleitung dürfen nicht im gleichen Pkw reisen.
  2. Die Vorstandsmitglieder und Chorleitung dürfen nicht im gleichen Auto sitzen.
  3. (1) Wenn Pianist und Klavier aufgrund von falscher Routenplanung oder ähnlichem zur gleichen Zeit verschwinden, ist das nicht so schlimm.
    (2) Wenn der Pianist gleichzeitig Dirigent oder Chorleiter ist, darf er nicht zusammen mit dem Klavier reisen.

Da stellt sich am Ende bloß die Frage: Mit wem darf Maddin denn überhaupt noch fahren? Aber auch dieses Problem wurde souverän gelöst. Nach Klärung der Route konnte es nun endlich los gehen. Während einige im Auto den verpassten Schlaf der vergangenen Nacht nachholten, nutzen andere die Chance ausgiebig zu quatschen. Vor Ort wurden wir mit VIP-Status durch die Parkkontrolle auf den Künstlerparkplatz gelotst. Als wir an der Bühne ankamen und unsere Pagode bezogen, holte und der Regene, den wir auf der Autobahn dachten abgeschüttelt zu haben, wieder ein. Schon beim Soundcheck hatte es sich eingeregnet, dass das Publikum sich im nahestehenden Bierzelt unterstellen musste. Obwohl das Blasorchester angestrengt versuchte, die Wolken weg zu pusten, wurde es nicht wirklich besser. Aber wir wären ja nicht Celebrate, wenn wir uns von so Etwas stören ließen! Voller Freude und Enthusiasmus brachten wir, nach dem leisesten Einsingen der Chorgeschichte, unsere Lieder zum Erklingen. Auch Maddin gab am Klavier vollen Einsatz während ihm die Finger an den Tasten fest froren. Die Techniker im gegenüberliegenden Zelt hielten sich durch passende Tanzeinlagen warm und sorgten neben einiger rhythmischer Verwirrung für strahlende Gesichter der SängerInnen. Mitten im Konzert entdeckten wir unter einem der näherstehenden Schirme plötzlich ein uns bekanntes Gesicht, das wir auch schon am Vorabend im Publikum entdeckt hatten. Nach kurzer Aufforderung, Applaus von Chor und überdachtem Publikum, sowie Schubsern seiner Begleiterinnen, kam Flo unter seinem Regenschirm hervor und zu uns auf die Bühne. Für zwei Lieder unterstützte er unseren Tenor tatkräftig, während Jan zu „To be with you“ gebärdete. Nochmals Danke an dieser Stelle für deinen spontanen Einsatz! Durchgefroren, aber zufrieden beendeten wir unseren Auftritt, schauten noch kurz dem nachfolgenden Cowboy mit seinen Cowgirls beim Linedance zu und fuhren im Konvoi zurück nach Rostock. Nachdem sich einige Mitglieder am Hauptbahnhof verabschiedeten, fuhr der Rest zum Chorlagerraum, lud die Sachen aus und verbrachte einen amüsanten Abend zusammen. Ja, wir gehen zum Lachen in den Keller. Der Höhepunkt des Abends war wohl die Ankunft des Burgerboten, der unsere hungrigen Mägen füllte. Erschöpft und glücklich machten wir uns auf den Heimweg, nicht mal ein abstürzender Engel oder ein randalierendes Chormitglied konnten unsere Stimmung noch kippen. Danke an alle, die an diesem Tag beteiligt waren und einen so tollen Auftritt ermöglicht haben. Es war klasse!

Im Nachhinein lassen sich noch folgende Punkte zur „Kolonnenverordnung“ hinzufügen:

  1. Nur weil alle Autos links blinken und sich auf dem Abbieger einordnen, heißt das nicht, dass alle Kolonnenautos dem Konvois folgen müssen und keine alternative Route fahren dürfen, auch wenn dies zur kurzzeitigen Irritation des abschließenden Fahrzeugs führt.
  2. Die Autos werden bei den kommenden Ausflügen mit Fähnchen gekennzeichnet und bilden sodann eine offizielle Kolonne.
  3. Über diese Ordnung ist auf der kommenden ChOrganisationssitzung/Mitgliederversammlung zu beschließen.