(* Siehe Glossar, ganz am Ende)

 

Prolog

 

Inzwischen sind Jahre vergangen seit meiner aller ersten Chorprobe am Uniplatz. Wie mit jedem Laster fing alles ganz harmlos an. Und so verbrachte ich in den ersten Semestern nur die Mittwochsprobe mit Celebrate. Später sollte sich das Alles ändern... Mittlerweile gehe ich in meiner Wahl der Freizeitgestaltung sogar soweit, dass ich den gesamten Jahresurlaub von Heidelberg nach Rostock verlege, unter anderem um die geplanten Celebrate Moments nicht zu missen. Aktuell verbrauche ich auch die Pausen in der Klinik um zurück in der Realität aufopferungsvoll die zugewiesenen Altlasten aus ChOrgasitzungen nachzubereiten. Beschämt gebe ich zu, dass ich mittlerweile bereit bin bislang wohl gehütete Details meines Privatlebens dem Chor offen zu legen. Wer jetzt meint, ich teile mein gesamtes Leben mit Celebrate, irrt! Celebrate ist mein Leben – Diagnose: Chronische Chorale Celebratitis (CCC). Das Leitsymptom dieser Erkrankung ist kaum überhörbar ein durchdringender lautstarker Gesang egal wann und egal wo, einhergehend mit andauernder Euphorie. Dabei äußern die Betroffenen jauchzende und glucksende Laute hervorgerufen durch rhythmische, reflexartige Muskelkontraktionen, die akut auch dauerhaft anhalten können und dann in krampfartigen Verspannungen des Diaphragmas*, des Pharynx* und Larynx* münden – dem Lachflash (neudeutsch für Lachanfall). Die Betroffen klagen über Schlafstörungen bis hinzu Schlaflosigkeit, die im Endstadium mit Wachphasen von mehr als 24 Stunden einhergehen kann … Derzeit bin ich noch auf der Suche nach professioneller Hilfe. Die Ätiologie* ist momentan noch unbekannt. Man geht daher noch von einer Autoimmunerkrankung aus. Da dieses Syndrom lokal begrenzt nur im Raum Rostock gehäuft auftritt, liegt die Vermutung nahe, dass hier die Exposition eines noch nicht gesicherten Risikofaktors das Sozialverhalten der Betroffenen auf den Kopf stellt. Der Chor hat dann Einfluss auf immer mehr Bereiche des alltäglichen Lebens. Letztlich dreht sich bei diesen armseligen Kreaturen alles nur noch um Celebrate. Der Chor wird zum Lebensmittelpunkt. Einzelne Fallberichte schildern dies eindrücklich. So werden gemeinsame Urlaube in Kroatien und sogar ganze Hochzeiten von Anhängern und Mitgliedern, die ohne Celebrate so nie stattgefunden hätten, geplant und natürlich (c)zelebriert…

 

 

 

 

Zu der potenziellen Gefahr der CCC…: Vereinzelt hört man immer wieder in den Nachrichten, dass ein ähnliches Krankheitsbild zwischenzeitlich in angrenzenden Städten wie Stralsund, deutschen Metropolen wie Berlin, ja sogar über Landes- und Bundesgrenzen bis nach Übersee in den Vereinigten Staaten und Australien beschrieben wurde. Das Ministerium für gesundheitlichen Schwachsinn geht jedoch davon aus, dass keine Gefahr der Pandemie* bestünde, da epidemiologisch bereits gesichert ist, dass die andernorts aufgetretenen Fälle ursprünglich ganz klar aus dem Endemiegebiet* Rostock stammen…so auch ich... (Eigentlich wollte ich doch über die freien Tagen etwas für meine Promotionsschrift tun..., hab' ich mich wohl wieder zu leicht ablenken lassen...)

Weiß Gott, ich bin gewiss nicht der einzige Junkie in diesem Chor!

Vielleicht ist es diese romantische Sehnsucht aus rund 750 Kilometern Entfernung, die mich beflügelt. Und voller Erstaunen stelle ich fest, dass hier gerade eine meiner persönlichen Celebrate Premieren entsteht. Ich gestehe, in all der Zeit habe ich bisher keinen einzigen Chorblog verfasst. (Schande Kalo, wieso bist du nur sooo ehrlich?) Scheinbar gewieft genug mich davor zu drücken, gibt es dennoch einen plausiblen Grund! Hierzu müsste sich der interessierte Leser nur mal einen Überblick über das Ausmaß dieses literarischen Ergusses verschaffen und schnell wird klar: Jegliches Scrollen ist zwecklos, denn dieser Blog erscheint schier endlos, dabei reicht das Enthüllte ins schonungslos Bodenlose und selbst für mich als Autor klingt so manches Detail ziemlich haltlos und obendrein übertrieben schamlos. Ganze Handlungsstränge verwinden sich so sonderbar, dass weder nachvollziehbar noch tragbar der Text mit der Zeit jetzt kaum mehr verstehbar lesbar an Umfang sogar noch zu legt hat, na wunderbar... Das war so auch nicht planbar. (Weitere überarbeitete Auflagen folgen…)

 

Von Kalo, die auszog, um über Heimweh etwas zu lernen

 

Puh! Geschafft! – Nachdem ich mich am Hamburger Hauptbahnhof bis zum Zug vorkämpfte, zwängte ich mich auch noch durch die sich vor den Eingängen des ICEs nach Frankfurt wartenden Massen von Menschen. Auf diese Weise konnte ich doch noch einen der heiß begehrten Sitzplätze mit Stromversorgung und ausreichendem Abstand zur nächsten Toilette ergattern. Voller Vorfreude und erfüllt mit Erinnerungen der vergangenen Tage in Rostock installiere ich meinen portablen Arbeitsplatz. Es lebe das moderne Zeitalter. Vorbei die nostalgischen Reisen, bei denen ich im Zug auf Taschenbücher zurückgreifen musste, denn heute bleibt keine Minute mehr ungenutzt. Und so beginne ich diesen Blog zuschreiben.

Es macht wenig Sinn am Anfang zu beginnen, denn vor ziemlich genau zwei Wochen saß ich ebenso im Zug, zwar von Heidelberg nach Rostock, doch Zugfahrten sind nicht immer so erheiternd, auch wenn es Lieder gibt die Gegenteiliges der Bahn unterstellen („Eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt die ist schön, denn da kann man fremde Menschen und skurrile Szenen seh' n… Hollahi, halloho, holla … “ na, ihr kennt ja den Text, spätestens nach wie vielen Semestern Zusammenarbeit mit Luv un Lee?).

Also überspringen wir diesen Teil der Geschichte und landen direkt im Geschehen auf dem Doberanerplatz in Rostock. Es ist kurz vor Weihnachten, um mich herum geschäftiges Treiben. Menschen, die alle nur ein Ziel verfolgen - die letzten Weihnachtseinkäufe tätigen, dies wird jedoch ganz unterschiedlich in Angriff genommen. Der erste Passant unterbricht mich in meiner gedankenverlorenen Starre mitten auf dem Dobi. Mit weit offenem Mund stehe ich dort vor einem Werbeplakat mit schier gigantischen Ausmaßen nur ein Name geht mir durch den Kopf – EVITA! Scheinbar auch dem jungen Mann, wobei ihn der Gedanke an das Musical beflügelt und er mich unvermittelt anquatscht: „Entschuldigung, wissen Sie, wo man für das Stück die Karten kaufen kann?“ So werde ich aus meinen Gedanken zu dem bevorstehenden Abend gerissen. Perplex entgegne ich: „Ich hoffe doch sehr an der Abendkasse...“ Der Passant etwas verdutzt entgegnet: „Nein, nein ich möchte diese doch Weihnachten meiner Freundin schenken.“ Her je, klebt auf meiner Stirn ein Schild – Touristeninformation? Ich antworte: „Na dann halt an den üblichen Vorverkaufsstellen.“ Der Typ grinst wie ein Honigkuchenpferd, Weihnachten scheint zumindest für ihn gerettet. Daraufhin er in fröhlich überschwänglichem Ton: „Tatsächlich! Haben Sie vielen Dank und schön' Abend noch.“ Weg is' er... Das war der Romantiker.

Kommen wir jetzt zu einer anderen Kategorie Mann, die sich abseits des allgemein in der Bevölkerung vorherrschenden Weihnachtsstress durch nichts und niemanden, schon gar nicht durch die eigene Freundin, aus der Ruhe bringen lässt. Seiner Liebsten bringt der Pragmatiker zum Fest die neuste Tasse vom Rostocker Weihnachtsmarkt mit, aus der er bis eben noch mit seinen Kumpels gebechert hat. Na ja vielleicht ersetzen die Tassen daheim die alte Briefmarkensammlung. Gratulation zu diesem so einfallsreichen und gleichzeitig so praktischen Geschenk, braucht er sich schließlich um den Pfand nicht mehr zu scheren. Nebenbei bemerkt kenne auch ich Leute, die einen solchen Hro-Weihnama-Tassen-Hort besitzen und im Laufe der Jahre eine Art heimliche Leidenschaft für die Farbgebung der einzelnen Schmuckstücke entwickelten. Bisweilen kam mir sogar zu Ohren, dass gewisse Rostocker Szenetreffs, die findigen Sammler für Showeinlagen auf ihren als Organisationssitzungen getarnten Tassenpartys buchten, um sich dann an den mit Koffein und Teeextrakten angereicherten Getränken aus eben diesen Bechern zu berauschen – unglaublich wofür manche Leute bereit sind Geld zu zahlen...

Ganz ähnlich muss man sich nun unser ChOrganisationstreffen vorstellen, nur mit dem feinen Unterschied das unsere Weihnama – Tassen ohne anfallende Kosten als Leihgabe von einem spendablen Sammler gestellt wurden. Obendrein gab' s auch noch Kuchen und Getränke gratis! Na dann zum Wohl! Die sparte Sponsoring war somit am vergangenen Sonntag vollends ausgelastet und entlastete gleichzeitig unsere finanzielle Lage, wieso konnten sonst Julia und Martin, denen die Verwaltung „unserer“ Geldspeicherstadt obliegt, noch in der gleichen Sitzung folgende Ausgaben verabschieden: Anschaffung eines ganzen Arsenals aus Tasteninstrumenten und Percussion, einen eigenen Chorbus, mit dem wir nicht nur zu Konzerten, sondern auch zu gemeinsame Skitouren aufbrechen, nicht zu vergessen eine Villa am Strand, die teils als Chorlagerraum, teils als Herberge für Proben und Wochenenden genutzt werden könnte und mit den danach noch verbliebenen Geldresten bezahlen wir die Gage des Regisseurs, der eigens für die Aufzeichnung des kommenden Sommerkonzertes engagiert wird! Hierzu werden wir bei keinem Geringen als Steven Spielberg anfragen, der dann mit Sack und Pack aus LA über den großen Teich zu uns jettet ...

Es folgt ein Auszug aus dem Protokoll des 3. Planungstreffens im WS 12/13 zum diesjährigen Winterkonzert 2013 (gedanklich kommentiert):

 

Anwesende von links nach rechts: Flo, Julia M., Uli, Andrea K., Orest, Daniel & Lena, Herr Schmidt(Beier), Jan K., Betti, Meli, Franzi M., Thomas , Martin, Kalo

(Auf Wunsch einer einzelnen anwesenden Dame wurde nicht nur das Meeting (neudeutsch für Treffen) verschoben, sondern obendrein der Sonntag Nachmittag geopfert)

Pause - Es gibt u.a. Kalos Apfelkuchen

(Kalo hat dazu zwei (gleich-!) große Teller mit auf Portionsgröße zugeschnitten Kuchenstücken auf dem großen Tisch bereitgestellt. Einer davon steht zwischen Franzi, Thomas, Martin und Kalo, den Zweiten teilt sich die restliche Meute... Nachdem Franzi sich bedient hat, bemerkt Thomas: „Ich würde gerne nur ein halbes Stück haben...“ Fürsorglich wie sie ist, schneidet Kalo das Stück nochmals mittig durch und überreicht Thomas seine Kinderportion. Kalo an Martin gewandt: „Nimmst du auch ein Stück?“ Der entgegenet: „Aber nur ein halbes...“ Auch diesen Wunsch erfüllt Kalo... Andächtiges Schweigen, man hört nur die Kaugeräusche und ab und an ein Schmatzen in der Runde... Doch die Sitzung geht weiter... grinsend beobachtet Kalo, wie die Kuchenteller sich leeren, auch der sich unmittelbar hinter ihrem Laptop befindliche, was weniger daran lag, dass Franzi und sie so verfressen sind und auch nicht weil Meli, Betti, Flo oder Julia Gelegenheit gehabt hätten sich ein Stück zu mopsen, denn darüber wachten zwei paar Adleraugen. Nein, wie zu vermuten nahmen sich unsere so genügsamen Chorleiter selbst verstohlen eine Hälfte nach der Anderen... ein wirklich harmonisches Bild: die zwei, einträchtig sitzend an einer der Tischstirnseiten beide mit kurz geschorenem Haar)

Orest kommt gerade an

5. Abschlusskonzert

Samstag, der 02.02.2013, Großes Haus VT

Treffzeit Chor 15.00 Uhr – kurzer Hinweis in den Kalender für Sänger/innen, dass es im Zuge der Konzertvorbereitung am Auftrittsnachmittag zwischen und auch während des Soundchecks, Einsingens, etc. immer wieder zu Phasen des scheinbaren Leerlaufes kommen kann…, die restlichen Infos erscheinen demnächst im Kalender (Kleidung, ...)

Einlass 19.00 Uhr

Beginn 19.30 Uhr

Bühnenaufbau – H. Schmidt gibt Lena die Bühnenmaße durch

Requisiten: Kerzen erlaubt, max. 7 cm in der Höhe; auch gewünscht sind wieder Knicklichter, die durch die Platzeinweiser (siehe weiter unten) verteilt werden sollen; Jan möchte gerne Pistolen für' s Männerstück – hierzu einige kreative, teils originelle Vorschläge aus der Runde: schwarze Handschuhe, Spielzeugpistolen, neben diesen wünscht Martin sich zur Abwechslung einige Bananen, Jan erweitert diese Idee zu einer Fruchtsammlung, Martin wendet aus Rücksicht auf Lena ein, dass dies vielleicht zu viele Phallussymbole auf einmal seien könnten... Es schließt sich an eine kurze Diskussion über die Pluralformen von Phallus... Lektion 1 – Lateinische Pluralformen (Quelle: Duden) die Phalli oder Phallen, aber auch: Phallusse…

Helfer am Konzerttag: Kalo organisiert das Catering kauft hierfür mit Melis ggf. Bettis Hilfe ein(zwecks fahrbarem Untersatz…). Apropos Deodorant für die Bühne: Kalo besorgt auch Chorwasser in kleinen und großen Flaschen…

Sitzung geschlossen – 17.50 Uhr

 

Wer kommt noch mit Einen trinken?

Nachdem alle Kuchenreste verteilt, verputzt oder verpackt sind(wobei ich glaube nur Thomas und Martin tatsächlich Kuchen mitnahmen...), macht sich ein kleiner Trupp auf ins Mambo No. One. Ich möchte kurz klarstellen, dass dieses Etablissement nichts mit Lou Begas Mambo No. 5 gemein hat und noch weniger mit dem Latein-amerikanischen Tanz in Verbindung zu bringen ist, es sei denn sie spielen in Rio neuerdings Irish Folk... Nein, denn hierbei handelt es sich um einen gemütlichen Pub unweit des Ulmencampus.

Jetzt folgen einige Impressionen aus der Gesprächsrunde im Pub, die hier von mir nur ausschnittsweise zusammengetragen wurden... Es sei bemerkt, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole..., die Orgasitzung endete 17.50 Uhr, mittlerweile ist es 19.00 Uhr und die Gesellschaft sitzt in einem Pub – just for fun und natürlich nur für einen! Drink

Person 1:Soll ich ein kleines oder ein großes Guinness nehmen?... Person 2: Ein Großes natürlich, da hast du länger was von... Person 1: Aber wenn mir das gar nicht schmeckt?... Person 2: Dann reicht auch ein kleines, brauchst schließlich länger, um es hinunter zu würgen... Person 1: Macht Sinn, also ein kleines, bitte... Der Kellner bringt das Bier... Person 1: Hmmm, das ist aber echt gut – ohh, schon wieder leer... Bitte noch ein kleines Guinness!

Jan hält es im Gegensatz zu Kalo länger durch an seinem vergorenen Apfelsaft zu nippen... Nebenbei debattiert man hier noch ein wenig weiter und wirft einen prospektiven Blick auf die nächsten Celebrate-Konzerte. Dabei ging es unter anderem auch um die Absolventenfeier der Medizinischen Fakultät...(nicht der Aussegnungsfeier, wie Kalo kurz einwarf...). Man schweift ab und beleuchtet noch einmal retrospektiv die Vorkommnisse im vergangenen Jahr (Hierzu finden sich alle wesentlichen Details in einem früheren Blog von Lena. Gerade weil Lena es schafft im Gegensatz zu mir sich kurz zu fassen, bleibt sie mein Bloggingqueen! Wobei ich ganz im Gegenteil auch nichts gegen lange einfallsreich ausformulierte Beiträge einzuwenden habe – nicht wahr Alex?) Apropos Staatsexamen Medizin: Kalo bemerkt, dass es bemerkenswert ist, wie sich Martin ohne große Bemerkung binnen 100 Tagen auf sein Examen vorbereiten konnte – ehrfürchtige Anerkennung! Jan wirft ein, dass Martin sich in seiner äußeren Erscheinung in dieser Zeit durchaus bemerkbar machte und ungewohnter Weise eher einem „KZ-Häftling“ glich.

Falls dieser Blog auf Grund des hier eingeschobenen, aber dennoch erwähnenswerten Zitates, einer volksverhetzenden Aussage bezichtigt wird, würde ich dies auch im Namen des Urhebers vehement abstreiten. Zum einen wäre dies eine blasphemische Behauptung über einen so herzensguten und pazifistischen Menschen, andererseits wäre es bedauernswert diese Allegorie zu Martins Konstitutionstyp zu streichen(wobei Jan in diesem Fall auch hätte einfach kachektisch sagen können...), denn sonst hätte sich das nun Folgende auf diese Art und Weise wohl nie zugetragen. Also dann: Lauscher auf! Jetzt kommt' s! Die Passage, derer Willen ihr bis hierher gelesen habt und darüber hinaus weiterlesen werdet. Wer schon vorher aufgab, sei dennoch beruhigt, auch euch werden diese erschütternden und gleichzeitig so unverblümt dargestellten Fakten des Real life of the Youth Rostocker Rock-Pop-Gospel Choir erreichen! Denn unglaublich, aber wahr dieser Blog ist demnächst auch für Lesemuffel als Audiobook (neudeutsch für Hörbuch) erhältlich! Produced by J.K. and narrated by Kalo (sowohl J.K. Als auch Kalo sind in dieser kurzen Passage im englischen Slang auszusprechen) Und ich rede nicht vom One-Hit-“Harry“-Wondern J.K. Nein, ich meine Jan, der nicht nur die Idee zu dieser einmaligen Produktion lieferte, sonder mit einem direkten Bezug zu einem der dunkelsten Kapitel Deutscher Geschichte die Vorlage für die wohl erhellendste Einlage des Abends lieferte. Dieses Wortspiel deutet an, dass mit „erhellend“ nun nur eine Erkenntnis folgen kann. Liebe Leserinnen und Leser wir nähern uns mit Spannung dem Höhepunkt. Wer jetzt nicht direkt weiterliest, verpasst auch nichts… Dennoch steht es jedem frei diese Lektüre zu jeder beliebigen Tages- oder auch Nachtzeit fortzusetzen. Dämlich nur, wenn man sich vor Aufregung gerade fast in die Hosen macht und vergisst nach der Pinkelpause an das bisher Gelesene anzuknüpfen...

Zurück also zum Text...

Jan wirft also ein, dass Martin in seiner äußeren Erscheinung in jener Zeit, der von Kalo erwähnten Examensvorbereitung, einem „KZ-Häftling“ glich. Martin protestiert. Er ist jedoch im Zugzwang und soll nun die Runde vom Gegenteil überzeugen. So fällt ihm g'rad' nichts Besseres ein als zu behaupten: Er hätte allein im letzten halben Jahr 5 kg zugenommen. Diese von Martin geschickt eingeworfene offene Bekundung und unaufgeforderte Stellungnahme, zu Dingen die niemand wissen wollte, steht in keinem inhaltlichen Kontext zu der von Jan getroffen Bemerkung über ihn. Außer vielleicht der Tatsache, dass es sich dabei im entferntesten Sinne um die von Martin selbst in jüngster Vergangenheit gehäuft proklamierte Schönheit drehen könnte... Dennoch trifft Martin mit diesem kurzen Statement genau ins Schwarze oder doch ins Fettnäpfchen?

Wir wechseln nämlich das Thema! Es folgt die Frage, die jetzt jeder, oder zu mindestens jede Frau, stellen würde – Wo? Und ich bemerke hier am Tisch sind die Geschlechterrollen (Betonung liegt auf Rollen, um Missverständnissen vorzubeugen) klar definiert. Doch dabei recht einseitig verteilt, 1: x (wobei x = 6 – 1). Bei dieser simplen statistischen Erhebung müssen wir somit Martin zu Gute halten, dass er sich mit dem meisten Testosteron am runden Tisch einbringt. Bevor wir jetzt voller Vorfreude weiterlesen, rekapitulieren wir gedanklich kurz die Problemzonen beider Geschlechter…Das akkumulierende Östrogen fragt sich also, wo genau Martin denn jetzt 5 kg zugenommen haben soll ???

Daraufhin Maddin (und man beachte das weiche D in der Aussprache dieses Namens...) Also unser Maddin kontert und meint: „Jeder Mann hat auch eine weibliche Seite, bei mir sind es nun mal die Brüste...“

Kurzzeitige Paralyse, entgleisende Gesichtszüge der bisher noch aufmerksam lauschenden „Fangemeinde“. Ihres makellosen Idols beraubt werden einige von uns kurzzeitig sentimental. Ein Gefühl von Mitleid bahnt sich seinen Weg, doch es erstickt in der nun aufbrandenden, die Stille durchbrechenden Flut aus lautem Gelächter… Na ja, wollen wir mal nicht ganz so gemein sein: ich korrigiere - lautem Lachen...

Sichtlich zufrieden, wartet Martin auf die weiteren Reaktionen zu dieser brisanten Thematik aus der Sparte Klatsch und Tratsch in den VIP-Reihen des Chores. Ich finde mit diesem „bravorösen“ Statement (englisch für öffentliche Erklärung) hätte er zu mindestens eine Doppelseite in Deutschlands größter Jugendzeitschrift verdient. Typischerweise gespickt mit bunten Bildern für mehr Anschaulichkeit, auf die ich an dieser Stelle gerne verzichten möchte, um nicht indiskret zu wirken, auch auf die Gefahr hin, dass die unermüdlichen Leser und ewig Teenie gebliebenen Abonnenten unter uns dies mit größtem Bedauern zur Kenntnis nehmen werden. Des Weiteren ziehe ich als Autor meine noch eben getroffene Aussage über Maddins ausreichende Testosteronproduktion zurück und überreiche an jenem Pubabend die Medaille der Männlichkeit an Orest, der es fertigbrachte dank seines Charmes ein Mädchen mit seinen eindeutig zweideutigen Andeutungen zum Erröten zu bringen… Doch dazu später mehr, jetzt erst einmal weiter im Text und dieser endet hier noch laaange nicht.

Am runden Tisch kommt die Frage auf, ob man 5 kg an der Brust zunehmen könnte. Was leider unvermeidlich die Frage bei einigen Unwissenden nach sich zieht, wie viel eine Brust überhaupt wiegt. Melis kläglicher Versuch die Antwort abzukürzen scheitert. Dass es durchaus Unterschiede gibt, wissen wir spätestens seit Dolly the Bastard und Ariane die Sprungfeder Friedrich. Doch in diesem Fall muss eine Frau als grobe Orientierung genügen, aber wieso jetzt auf einmal eine Frau? Haben wir nicht eben noch gelernt, dass auch Martin ins Gewicht fallende Brustmassen besitzt? Um von meinen B*ups* und den Oberweiten meiner Mitstreiterinnen am Tisch abzulenken, behaupte ich, dass sich derlei Messungen nur in groß angelegten Studien bewährt hätten und eine Stichprobe nicht sehr aussagekräftig ist. Woraufhin bei der Erwähnung von Gauß und seiner auf eine Vielzahl von Merkmalen der Lebewesen angewandte Normalverteilung, jemand einwirft, dass Männer weniger etwas zu wiegen, denn etwas zu vermessen hätten. Diese maskuline Form der normalen Verteilung ist bereits wissenschaftlich evident belegt, womit erhobener Maßen erwiesen wäre, dass die Männer in der Kenntnis über die Vermessung von Körperanhängseln den Frauen eine Nasenlänge voraus sind. (Frage: Weiß jemand ob auch die Länge der Hauptsätze mit der Höhe der Absätze bei Frauen korreliert?) Nach einem kurzem Wissensaustausch (neudeutsch auch Brainstorming) über afrikanische Peaks, Silikon gefüllte Ballons und tragbare Airbags, fragt sich einer der Beteiligten, warum wir nun wieder so abgeschweift sind. Martin stellt fest, dass alles bei seinem Gewicht begann, woraufhin … die Odyssee von Neuem beginnt... Und das alles nur damit der Blogger den groben Gesprächsverlauf später besser rekapitulieren kann.

Ich entschuldige mich hier an dieser Stelle für alle Passagen, die sich dem Außenstehenden nicht und nur teilweise erschließen. Ein Glück, wenn man sich zu den wenigen „Insidern“ dieser lauschigen Runde zählt (Man beachte die Pluralbildung von Insider, dieses aus dem Englischen stammende Wort wird hier benutzt für jemand, der bestimmte Dinge, Verhältnisse als Eingeweihter genau kennt…) Doch es liegt die Vermutung nahe, dass selbst die anwesenden Celebrateler von links nach rechts Meli, Jan, Betti, Maddin, Orest und bis auf Kalo ihre Schwierigkeiten haben werden das Gelesene in ihrer erlebten Wirklichkeit wiederzufinden. Dies zu klären führe an dieser Stelle zu weit... (Celebrateler: umgangssprachliche Pluralform eines Mitgliedes des jungen oder junggebliebenen, gleichnamigen Rostocker Rock-Pop-Gospel-Chores; auch diese Pluralform entzieht sich meiner Kenntnis…)

Dem interessierten Leser, der wenigstens eine Ahnung von den Vorkommnissen im Pub haben möchte, sei dennoch gesagt: Hier wird nicht zwangsläufig alles Gefasel des Abends wiedergegeben oder jedes Detail beleuchtet. Auch wenn die Länge des Textes, so muss ich gestehen, schon den Anschein erwecken kann, ich würde auch noch das letzte Sandkorn der endlos weiten Sahara unter die Lupe nehmen. Vielmehr ist dies ein Ausschnitt, des von mir subjektiv Wahrgenommenen. Bisweilen dachte ich mir immer nur meinen Teil. Doch die Umstände führten dazu, dass ich gebeten wurde meine Gedanken laut auszusprechen, verschriftlicht in Form dieses Blogs, in dem nun die Grenzen zwischen faktischen Wissen, ausgesprochen Tatsachen, meiner subjektiver Gedankenwelt und der ein oder anderen Träumerei verschwimmen. Und dabei möchte ich klar stellen, dass ich hier in keinster Weise unsinniges Zeug erzähle. Auch wenn nicht immer alles gleich Sinn macht, was ich hier berichte und bisweilen mir selbst unterstelle zu wissen, darf trotzdem gelacht werden, denn die Lücken füllt die Fantasie.

Wir kramen weiter in alten Chorblog-Erinnerungen und auch in Erinnerungen mit dem Chor, über die nie ein Blog geschrieben wurde, sowie Blogs von Chören, die nicht Gegenstand unserer Erinnerung sind. Beispiele folgen in einem anderen Blog.

Kurzer“ Einschub zur sprachlichen Fortbildungen… Lektion 2 - Englische Pluralformen (Quelle: Duden) Blogs ist die Pluralform von das oder auch der Blog, englisch für Teil einer Aufzeichnung, erstellt durch sogenannte Weblogger kurz Blogger eines HTML-Journals, auch „Webseite“ genannt (denglish für „Webpage“), im weltweiten Rechennetzwerk, auch www abgekürzt, wobei HTML für Hypertext Markup Language übersetzt Hypertext-Auszeichnungssprache steht und Journal aus dem Französischen stammt und einer schnöden Tageszeitung gleich kommt. Wir unterhalten uns also, wenn wir von Chorblogs sprechen, über die von unseren Sänger/innen in Hypertext-Auszeichnungssprache verfassten Tagebucheinträge, die in vielerlei Hinsicht das aktuelle Geschehen in der Chorgemeinde wiedergeben. Dabei sollte dieser Erfahrungsbericht auch noch den Anspruch erfüllen ein weltweites Publikum zu erreichen oder gar zu unterhalten (Ach deshalb diese Mannigfaltigkeit im Vokabular... räusper) Hier breche ich ab die weiteren in jener frei assoziierten Definition benutzten Fremdwörter noch näher zu erläutern. Und bitte darum demnächst unseren Literaten und Laienbloggern den nötigen Respekt zu zollen, wenn sie ganz nebenbei wie selbstverständlich darum gebeten werden (oder soll ich lieber sagen ihnen auferlegt wird) einen Chorblog zu verfassen! Es aber noch nicht einmal möglich ist den Aufgabenbereich hierfür klar zu definieren oder gar zu begrenzen... Gerade jenes „Diktat“ lässt mich hier im ICE nach Heidelberg werkeln. Und so vermischen sich Erinnerungen und Erfahrungen mit Erfindungen und Einfällen, so verwirrend sich windend, einander abwechselnd, dass selbst ich mich mittlerweile zu Recht frage, wo verwächst die erdachte Wirklichkeit des Sonntag Abend mit dem wahrhaftig Erträumten... Tja, die Auflösung gibt es später gaaanz am Ende dieses „Blogs“...

Zurück zur Pluralbildung von Fremdwörtern im Deutschen... Es ist durchaus bemerkenswert, wie in Lektion 1 bereits erörtert, dass die Vergewaltigung des lateinischen Wortes in der Deutschen Sprache Gang und Gebe ist. Und so reden wir, liebe Kommilitonen, von ominösen Orten wie den Campussen. Und euch Medizinern sei gesagt: Selbst das männliche Glied (Wdhlg. Plural umgangssprachlich Phallusse) ist dieser Misshandlung zum Opfer gefallen. Und so bitte ich euch liebe Kollegen denkt an die Bildung des Plurals, wenn ihr eurem urologischen Patienten klar machen wollt, dass Potenz in der Regel nichts mit der Größe der Phallen zu tun hat... An dieser Stelle hilft auch das große Latinum kaum weiter, wenn der Patient von euch wissen will, wie er aus diesem Potenzloch wieder herauskommt.

Lektion 2 wiederum zeigt uns, dass die richtige Anwendung der englischen Pluralformen im Deutschen ein Leichtes ist. He, she, it das S muss mit, lernen mittlerweile schon die Vorschüler. Doch auch bei Emails, Fails und Summersales, macht sich das einfache S ganz fash, und mal ganz ehrlich: Wer will denn noch diesen altdeutschen Trash? Denglish ist das neue Deutsch!

Doch wozu so einfach, wenn' s auch komplizierter geht, fragte ich mich gestern in unserer lauschigen Runde im Mambo No. One, und so bildete ich meinen eigenen Plural! Doch leider steht bisweilen Blögge so noch nicht im Duden, was mit einem erneuten skeptischen Blick seitens des Chäfs, der so auch nicht im Duden zu finden ist..., bestraft wurde.

Dem interessierten Leser sei hier gesagt, dass unser Chäf des öfteren „skeptisch“ dreinschaut, insbesondere wenn ihm eine Frage gestellt wird, dieser Blick ist aber weder diskriminierend noch (ab-)wertend gemeint. Er denkt gerade über den Sinn und bisweilen auch manchen Unsinn hinter der Frage nach... Irgendwann guckt er von selbst wo anders hin nur meist ohne zu antworten…

Aber wie schön, wenn man sich auch ohne Worte versteht. Darin bekannt sind bisweilen Orest und Kalo, die aus heiteren Himmel nach einem zwar kurzen dafür aber eindeutig zweideutigen Blickwechsel in einen Lachflash verfallen, bei dem jegliche eindeutige Deutung der angedeuteten Gedankenübertragung misslingt und somit selbst Martin überfordert scheint. Sind dies Orest und Kalo oder doch ein getrennter Siam namens KalOres(t)? Martin hingegen folgt getreu' dem Motto: „Wenn man nichts Nettes zu sagen weißt, sollte man lieber den Mund halten“ (Frage an die Blogquiz – Runde: von wem und aus welchem Film stammt diese Lebensweisheit? Kommentare Können viel weiter unten ergänzenden hinzugefügt werden…).

Doch kommen wir nun von Besserwissern und Frauenverstehern zu Geheimniskrämern und Tratschtanten. In einer großen Chorgemeinschaft kursieren genügend Gerüchte um ganze Blogstaffeln zu verfassen. Doch wenn’s drauf ankommt, kann der ganze Chor schweigen wie ein Grab. Es soll Geheimnisse bei Celebrate geben, die kennt nicht mal Martin, aber was Chäf nicht weiß, wissen gewiss mehr als 99 % der Chormitglieder. Mysteriöse Angelegenheit...

Aber keine Sorge auch private Details sind im Chor bestens aufgehoben...

Hier kennt sowieso jeder jeden, und wenn nicht kennt jeder jemanden, der einen kennt, den man selbst nicht kennt, und der gerne bereit ist, diese Lücke zu füllen mit Kenntnissen über jemanden, den eigentlich niemand kennt. Und ehe man sich versieht kennt jemand jemanden, den man eigentlich gar nicht kennen dürfte, oder zu mindestens einige unwesentliche Details, wie beispielsweise Alter und Geburtstag… Dabei wird man doch gerade hierüber täglich auf den laufenden gehalten... Spätestens wenn Facebook einen daran erinnert: Heute haben über 100 deiner mehr als 10x Freunde Geburtstag. Möchten sie allen gleichzeitig gratulieren, dann klicken sie hier... wer da noch den Geburtstag seines Freundes verpennt, kann auch gleich auf die Pinnwand kritzeln: ne mag ich nicht, du stinkst.

Bisweilen ist es im Chor schon fast ein Ritual die peinlich berührten und gleichzeitig gerührten Geburtstagskinder in der Probe nach vorne zu zitieren, um ihnen ein Ständchen zu singen, nach dem sie sich dann Hände schüttelnder Weise durch die Reihen kämpfen. Ich gehöre wahrscheinlich zu einer kleinen Minderheit auf die das bisher nicht zutraf, nicht weil ich es bevorzuge wie andere meinen Geburtstag geheim zu halten und wie einen Schatz zu hüten, nein viel mehr weil er auf einen Feiertag fällt und das eine gleichzeitige Chorprobe ausschließt…

Doch tatsächlich beißt man diesbezüglich nur bei dem einen und weniger den anderen auf Granit. Bekommt selbst noch vor ihm graues Haar, auch wenn man vermutlich rund 20 Jahre jünger ist, bevor er mit der Sprache endlich rausrückt... Da hilft auch keine weibliche Offensive und erst recht keine Androhung von Folter, die Zeiten sind vorbei... Nichts zu machen denkt ihr jetzt? Dachte ich auch… aber es kommt besser hier mein Tipp: Denn viel einfacher ist es man geht mit den Freunden der Freunde, die diese Person vermutlich besser kennen, was trinken oder trifft sich direkt in deren WG und zack kennt man des Rätsels Lösung! Unverhofft kommt oft, und schon weiß ich in zwei Wochen Urlaub mehr als nach 2 Jahren Engagement im ChOrgateam. Mir nichts dir nichts erfährt man etwas über Personen, die nie jemand wirklich kannte. Welches Sternzeichen? Und überhaupt: Wann darf ich Dir endlich den supermegageilen Kuchen backen, auf dem dann in kitschiger Zuckerschrift die fette 30 thront? Die Betonung liegt auf Thronen, sowie das Krönchen, das sein Haupt ziert.

Aber man erhält auch Antworten auf Fragen, die bisweilen niemanden interessierten: Ist Kümmel nicht einfach nur der getarnte Fenchel? Oder singt Birdy tatsächlich „People Help The People“ oder war es nicht einfach nur „Alle Vögel sind schon da“? Womit wir nach einem überaus einleuchtenden oder auch erleuchtenden Exkurs über Pluralformen, Blögge, Gerüchte, Halbwahrheiten und evidenten Aussagen auf sanfte Weise zurück geführt wurden zu unserer kurzen!!! Episode aus der mittlerweile 15. Staffel von „How You met the Choir“. Doch zurück zu den Erkenntnissen des letzten Pubquiz, denn hier kannst selbst Du noch etwas über Dich lernen! Zum Beispiel stellte sich kurz nach dem ChOrgatreffen bei der abgehaltenen Pubrunde heraus, dass Orest gerne Kalo heiraten würde, damit sie ihm jeden Sonntag einen ihrer Kuchen bäckt. Dabei wusste Kalo jedoch ziemlich genau, nach Melis warnendem Turmglockenschlag, dass Orest einen anderen Kuchen, den sie ihm niemals backen könnte, viel lieber vernaschen würde, als auch nur einmal von der himmlischen Sünde ihres Apfelkuchens zu kosten. Und auch sonst schließt sich eine eheliche Verbindung von KalOrest vorerst aus, da Kalo doch nach neuesten Erkenntnissen des Abends bereits ein Doppelleben führt! Das stellte Jan fest, der aus ebenso zuverlässiger Quelle zu berichten wusste, dass Kalo nicht nur wieder Single sei, sondern obendrein auch noch mit Martin liiert, was selbst den Chäf kurz aufhorchen ließ, diese „beziehungstechnische“ Sensation sei selbst ihm entgangen... Daraufhin Kalo sich zwar ehrlicher Weise zu ihrem Single-Dasein bekennt, jedoch auch klarstellte, dass Martin schon seit Jahren approbierter Arzt, verheiratet und obendrein auch noch Vater der Goldis ist. Doch die gute Fee erkannte, was alle mittlerweile verdrängt hatten und sprach: „Ach liebe Kalo weine nicht, du bist sowieso nur eine der hässlichen Schwestern...“ Woraufhin Kalo trotzig antwortete: „Ja, das weiß ich“ Betti in ihrer Paraderolle fand tröstende Worte: „Doch wart' s nur ab mein liebes Kind: Jeder Topf findet irgendwann einmal seinen Deckel“ Was Orest auf den Plan rief, der mutig sagte: „Ich bin der Prinz deiner Träume!“ Worauf hin Kalo gewohnheitsmäßig antwortete: „Und du bist so schön.“ Was den somit entthronten Chäf auf den Plan rief, der prompt bemerkte: „Ey, das war mein Part...“ Doch Orest entgegnete dem nur ganz cool: „Ich weiß.“ Skeptischer Blick von Martin... „Man Maddin gönn' mir doch mal den Spaß, ich hätte sonst keine der Sprechrollen gehabt...“, entgegnet Orest bockig, wenn auch weniger beleidigt ;-)... Meli brach' schließlich den Zauber es ertönt dreimal ihr eindringliches „Ding-Dong Ding-Dong Ding-Dong “

 

Epilog

 

Wie aus einem Traum erwache ich, vor mir baut sich der Schaffner auf: „Junge Dame, Personalwechsel, die Fahrkarte bitte...“, etwas verschlafen reißt mich nicht nur die eindringliche Stimme des Zugbegleiters aus meinen Träumen und wirft mich in die knallharte Realität von komfortabler Reisen mit der Deutschen Bahn zurück... Hier im Abteil vermischen sich die Gerüche aus unterschiedlichsten Lunchpaketen, „pseudosanitären“ Einrichtungen und menschlichen Pheromonen, die ich bewusst doch so gar nicht wahrnehmen kann... Noch leicht desorientiert wühle ich in meinen Personalien, suche vergeblich meine noch in Heidelberg deponierte Bahncard... Nach einer knappen Erklärung, welche mehr einem verteidigenden Plädoyer gleicht, über den tragischen Verbleib meines Berechtigungsnachweises, kann ich den Schaffner für mich gewinnen. Strike! In Folge sich der junge Kerl gegenüber kaum noch das Lachen verkneifen kann, da er just bemerkt, dass ich die Show ca. 300 km zuvor schon mal abzog…

Ein Hang zur Theatralik sei mir gegönnt und wer hat behauptet ich könnte nicht auf Kommando heulen, wird an dieser Stelle eines besseren belehrt– Haha!

Ein mitleidiger Blick trifft meine sich langsam mit Tränen füllenden Augen. Heute wird der Schaffner Gnade vor Recht ergehen lassen und mich doch nicht aus dem fahrenden Zug werfen. Und so darf ich auch ohne gültigen Rabattnachweis weiterfahren. Ich bedanke mich vielmals beim Bahnpersonal für diese Güte an einem so gewöhnlichen Werktag, dabei ist doch nicht mal mehr Weihnachten und selbst die Heiligen Drei Könige sind bereits seit gestern wieder zurück auf dem Weg an die Front ins Morgenland...Wobei Drei Könige? Es gab doch nur zwei, nicht wahr, Martin?

 

Ende.

 

Nachwort

 

Jeder der aus dem Absatz Lektion 2 - Englische Pluralformen direkt bis ans Ende gesprungen ist, dabei alle einfallslosen, denn noch schamlos einfältigen und dabei so hemmungslos Lachanfälle provozierenden Details ausgelassen hat, dem sei trotzdem an dieser Stelle in aller Kürze das offensichtlich Wahrhaftige der vergangenen Tage nahe gelegt...

Denn die Moral von der Geschicht:

Wenn du dabei, wirst Wahrheit finden!

Doch wenn du wunderst, dabei bist nicht,

musst ewig dich an Illusionen binden...

 

Glossar

 

Ätiologie – Lehre der Krankheitsursachen

Diaphragma – Zwerchfell

CCC – chronische Erkrankung, die weiter oben näher erläutert wird

Endemie – bezeichnet das auf Regionen oder Populationen begrenzte, andauernde und gehäufte Auftreten einer Krankheit.

Larynx – Kehlkopfmuskulatur

Pandemie – Länder – und Kontinentgrenzen überschreitende Ausbreitung einer Krankheit

Pharynx – Schlundmuskulatur

 

 

Danksagung

 

Ich bedanke mich zu aller erst bei euch Lesern für eure Ausdauer, und dass ihr dabei so manchen nicht immer ganz ernst zu nehmenden, scheinheiligen Unsinn verkraften musstet.

Des Weiteren lobend erwähnen möchte ich die gegebenen Arbeitsbedingungen, die mich mittlerweile über 48 h vor meinem Schlepptop halten: meinen Kaffeebecher für die unerschöpfliche und kontinuierliche Dosis Koffein, mein frostiges Vorratslager, welches die nötigen Nährstoffe vornehmlich Zucker, Fett und Proteine durch 2 kg Vanilleeis zur Auffüllung meiner DURACELL ® – Speicher bereitstellte, meinen kleinen Snoopy, der mit mir dies Schriftstück bis in die Nacht hinein Korrektur lesen musste und mich mit immer dem selben treuherzigen Hundeblick aufmunterte. (Ich hab' keinen Hund, es ist nur ein Stofftier...) Und nicht zu Letzt allen Fürsprechern, die meine Arbeit auf Facebook als „gefällt mir“ deklarierten und mich so in meinem Tun bestärkten.

 

Ich liebe Celebrate!