DER Blog zur letzten Chorprobe des Jahres 2012

Zunächst mahnte ich, dann schimpfte ich, später schrie ich. Nachdem auch das nichts brachte tobte ich, ich stampfte mit dem Fuß ich hieb auch Tische und ich tat alles was mir zur Verfügung stand um mich bemerkbar zu machen. Als garnichts gehört wurde brach ich zusammen und wimmerte. Irgendwann war ich heiser. Ich setzte mich an den Nebentisch und hörte zu und jedes Wort versetzte mir einen Schlag ins... ja wohin eigentlich? Ach ja, ich bin nicht der für den ihr mich haltet. Ich bin auch kein der. Ich bin die. DIE Vernunft. Und meine Stimme ging besonders nach der Chorprobe am 19.12.2012 unter und wurde nicht gehört. Ich war der sagenhafte Rufer in der Wüste und wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, bleibt er wo der Pfeffer sich gute Nacht sagt.

Nun, doch fangen wir von vorne an. Am Anfang schuf ich Himmel und Erde. Ach,... falscher Text, das war meine alte Richtigstellung. Beginnen wir da wo jeder Chorblog beginnt. Bei der Versammlung von mehr als 12 Chormitgliedern. Auch ich war anwesend, jedoch wie dies mein Schicksal ist, nicht physisch zumindest nicht direkt. Die meisten der anwesenden Choristen kamen gerade erst aus Vorlesungen in denen ich fast, aber nur fast greifbar werden musste. Der Drang mehr über mich zu erfahren treibt Studenten in Vorlesungen und seien sie noch so langweilig. Zugegeben die Anwesenheitspflicht hilft da auch nach, aber ich würde schon Burnout haben, wenn ich mir nicht ein bisschen was einbilden würde auf meine Leistungen. Nun ja, mein Objekt, das diesen Text in meinem Namen verfasst, wenn auch er nicht immer mit mir gesegnet ist (ich kann ja nicht überall sein), war nicht von Anfang an anwesend. So fasst er die Ergebnisse nun hier aus zweiter Hand zusammen.

Jan war das einzige anwesende Mitglied der männlichen Stimmgruppen- und Chorleiter und bisher habe ich noch keine Frau regelmäßig den Chor dirigieren sehen. (FRAUENQUOTE!!!) Ein Reporter des örtlichen Zentralorgans der... In der Zeit verrutscht. Ein Reporter der Ostseezeitung wollte ein Photo des Chores machen und Jan versicherte ihm, er sei nicht der Chorleiter, dieser müsse gleich kommen. Als dieser jedoch nicht kam, begann er die Probe, und da auch Reporter manchmal von mir Eingaben bekommen, sollte er sich ein bisschen veräppelt vorgekommen sein. Der Chef kam dann später und übernahm die Probe und riss Jan aus seinen chorleiterlichen Höhenflügen. Dies sollte später noch Bedeutung bekommen. Die Mediziner wissen, dass solche traumatischen Ereignisse lange Zeit nachwirken und langwierige Schäden nach sich ziehen können. Hoffen wir, dass dies beim Tenorstimmgruppenleiter nicht so sein wird. Es gab diesmal eine weitere Neuerung. (Ist das nicht die erste??) Es gab eine Tiefstimmgruppenprobe unter Leitung des Zuspätgekommenen. Die Tenöre, begeistert durch die große Verantwortung die ihnen übertragen wurde mit einem Lied, indem der Tenor stimmführend ist, ignorierten zum ersten Mal an diesem Tag ihren Stimmgruppenleiter, der auf meinen Ruf (noch) hörte. So fand die Tenorprobe, wie immer im Tenorraum statt und nicht dort wo der Bass nicht war, weil die Tiefprobe im Hörsaal stattfand.

Die Probe fand soweit ohne Zwischenfälle statt, nur dass mein Objekt irgendwann auftauchte und so aus erster Hand berichten kann. Der GröTSLaz instruierte seine Schäfchen, dass sie sich bitte in die Reihen stellen sollten und zwar als Block in die ersten drei, die die die (kein Fehler!) Lieder schon können nach hinten. Im Hörssaal angekommen stellten sich 2 Tenöre in die erste Reihe, einer in die dritte Reihe und 4 in die vierte. Ich würde sagen, Auftrag zu ... wenigen Prozenten erfüllt. Der Tenorleiter erzählte die beiden Anekdoten vor dem gesamten Chor, allen Lehramtsstudenten sei gesagt, dass Bloßstellung vorm Kollektiv nichts nutzt. Der Tenor stand weiter locker geschichtet in 4 statt 3 Reihen.

Die Probe endete irgendwann, mit mehr oder weniger Lob des Chorleiters. Meine Stimme rief zahlreiche von ihnen nach Hause, diejenigen welche nicht hörten zog es ins Klock8. Ich folgte leise, jedoch nicht meinem Objekt und dem Chorleiter.

Im Klock8 entstanden zügig drei Gruppen. Zwei nutzten das eigentliche Ziel solcher Abende und kommunizierten miteinander. Auf dem rechten Flügel entstanden dabei neue Märchen, wie das von den „3 Hasserödern für Arschenbrödel“. Auch die Gebrüder Grimm fanden ihre Märchen im Volksmund. Ich sagte nichts. Nur soviel, damals wurde meine Stimme gehört. Im mittleren Flügel wurde nicht kommuniziert, dort spielte man Karten, Jan und Alex im Team. Wenn Alex die Punkte reichten, und zuviele wurden durfte Jan spielen, damit der Ausbruch wieder eingegliedert werden konnte. Was der linke Flügel besprach kann leider nicht rekonstruiert werden, die folgenden Ereignisse überschatten alles, auch wenn ich annehme, dass ich vermutlich eher am linken Flügel und auch mal am rechten meine Stimme hören ließ, als im Zentrum. Das erste Spiel endete mit dem Glaswurf des Jan K. Er hatte tatsächlich nur ein Glas Gin Tonic getrunken und seine Cola goss er Christina „Hab-ich-meinen-Namen-gehört“ über die Gucci-Schuhe. Es kam nun zu ersten Auflösungserscheinungen. Einige Choristen hörten meine Stimme und eilten nach Hause. Einige andere blieben, was fatal werden sollte. „HIMNG“ wollte ein Spiel erklären in dem es um Bohnen jedweder Kolör geht. Bei der „roten Bohne“ fiel der vermutlich letzte von mir beeinflusste Kommentar, nämlich der wissenschaftliche Name „Macoma baltica“. Christina reagierte über und es entstand eine Diskussion über den Wert von Lehrämtern und Mastern und welcher der beiden Spezies Spiele besser erklären könne.

Nun wird es unübersichtlich. Es entstanden mit den verbliebenen Choristen neue Gruppen. Diese begannen nun die gefürchteten Kreuzgespräche denen niemand mehr folgen konnte. Auch ich nicht. Entsprechend wirr werden die folgenden Ausführungen.

Der Chef begann sich anzukleiden und stellte sich hinter Stefan und Christina auf und verunsicherte Christina, die begann ihren Namen zu hören. Aller Erstspieler des Spieles Bohnanza steigerten sich dermaßen in dieses Spiel hinein, dass sie die Welt um sich vergaßen. Doch auch der große Chorleiter und „Prinz unserer Träume“ vergaß mich und blieb, angezogen und mit unter den Arm geklemmten Helm, stehen und verunsicherte Christina. Er begann über Strafen für Chorsänger zu schwadronieren und bis zum Schluss blieb nicht klar, ob die Beförderung vom Mann zum Tenor oder andersrum Bestrafung oder Belohnung war. Man konnte jedoch nicht vom Bassstimmgruppenleiter zum Sopran befördert werden, da man „in seiner Riege bleiben musste“. Einzig klar war, dass man sich um Chorleiter zu werden, schon eine Menge Schnitzer erlauben musste.

Besonders extrem zeigten sich die Zeichen von Konzentration, Schlafmangel und geringen Mengen Alkohol bei Jan. Er handelte so intensiv mit roten, blauen, Brech- und Saubohnen, dass man in seiner Anwesenheit über ihn sprechen konnte, ohne, dass er das bemerkte. Er reagierte erst nachdem der Chorleiter feststellte: „Der hört das janicht.“ Und fragte, warum er seinen Namen gehört hatte. (Ließe er sich Jann nennen, wäre das nicht passiert.) Auch über Christina wurde gesprochen, jedoch im wahrsten Sinne des Wortes hinter ihrem Rücken. Wenn man ihren Namen nicht sagte, reagierte sie garnicht, denn auch sie handelte mit Bohnen bis der Stapel dreimal durch war. Sagte man aber ihren Namen so machte sie ihrem neuen Beinamen alle Ehre. Auch wurde sie dann jedes Mal böse und wenn Blicke töten könnten wäre der Chef circa siebenmal gestorben. Allein durch Christina. Das Spiel wurde beendet aus Übermüdungsgründen und die Menge (es waren 9 bzw. 7 Choristen) begann sich in Bergen und Feldern zu zerschlagen. Die Verabschiedung war weder Tränenreich noch ergreifend, ging jedoch unter heftigen Lachanfällen und besten Wünschen für den Heimweg vor sich. Der Chorleiter konstatierte, dass wir ihm alle suspekt seien, Jan erhielt einen Chauffeur, musste aber das Benzin bezahlen, da er in seinem Auto gefahren wurde. Der Rest machte sich unter frommen Wünschen auf den Heimweg. Und da schlug ich wieder zu. Hoffe ich zumindest.

 

P.S. Ich hoffe, der Text ist nicht zu verwirrend. Ansonsten können Leute mit Komplettvollmachten, wie der Chef gerne markierte Korrekturen vornehmen. Außerdem entschuldigt sich der Autor für jede mögliche Beleidigung, er hat alles nicht so gemeint. Gegendarstellungen werden gern gesehen.

Ich hoffe, dass alle Teilnehmer der letzten Probe des Jahres gut nach Hause gekommen sind und besonders die letzten des Klock8. Ich wünsche dem ganzen Chor frohe Weihnachten und einen guten Rutsch und ein klingendes 2013!