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Dieser Eintrag wurde von einem Chor-Neuling erstellt

Die Chorfahrt – Das Highlight eines jeden Chorsemesters, die spannendste Erfahrung eines jeden Celebrate-Neulings und das Ereignis, auf das sich alle „Chorleute“ am meisten freuen! Das Prinzip ist sowohl einfach, als auch genial: Man nehme ca. hundert singverrückte Menschen, eine Jugendherberge in einem , von der CHORganisation lang geheim gehaltenen Ort und ein ganzes Wochenende Zeit… und heraus kommen 3 Tage voller Musik, Spaß und außergewöhnlicher Chorproben!

Dieses Semester hat es uns nach Binz verschlagen, mal wieder! Denn bereits im Wintersemester 2010/11 hat die beschauliche Örtlichkeit direkt am Strand überzeugt. Aus Schulzeiten kann ich mich noch an einige Klassenfahrten erinnern, bei denen ich angenommen habe, dass man mit 20 Kindern schon eine ganze Jugendherberge aufmischen könnte. Deshalb werde ich wohl folgende Ansage auch nicht mehr vergessen: „Dann haben jetzt also 114 Erwachsene und 8 Kinder eingecheckt!“. Man konnte also jetzt schon davon ausgehen, dass jegliche Erwartungen übertroffen werden würden.

Nachdem auch der letzte Rostocker den Ort des Geschehens erreichte und die Zimmer eingeteilt und bezogen wurden, konnte auch gleich nach dem Abendbrot mit dem Proben begonnen werden. Über das Proben auf einer Chorfahrt könnte man wahrscheinlich auch ein Buch schreiben, nur so viel: Ich habe nie geahnt, dass Singen auch anstrengend sein kann. Im September hat wahrscheinlich noch niemand damit gerechnet, dass beispielsweise „Eleanor Rigby“ ein voller Erfolg auf dem Semesterabschlusskonzert im Moya werden würde. Aber auch der High-School-Musical-Song „All in this together“ steckte damals noch in den Kinderschuhen und ist mittlerweile der Lieblingsohrwurm aller Celebrateler, bei dem jeder seine tiefsten Emotionen mittels Mimik und Gestik ungezwungen ausdrücken kann. ;-)

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Doch das Wochenende bestand ja nicht nur aus harter Arbeit, sondern dem immer wieder überraschenden Vergnügen der Freizeitgestaltung. Zumindest hat sich das Spiele-Team die größte Mühe gegeben, uns alle bei Laune zu halten. So wurde jeder, der sein überkreatives Namensschild nicht im Speise- und Probensaal trug, dazu verdammt, eine bestimmte Zeit lang mit einer Griesgram-Gesicht-Mülltüte auf dem Kopf herumzulaufen. Damit aber keiner beleidigt sein musste, wurde jeder von einer bestimmten Person bewichtelt. Klammheimlich wurden die unterschiedlichsten Nettigkeiten besorgt und jeder hatte die Möglichkeit für eine andere Person im Chor kreativ zu werden.alt Und selbst wenn man dachte, dass man vergessen wurde, hat man spätestens Zuhause, beim Auspacken seiner Klamotten, einen kleinen Brief und einen Schokoriegel in seiner Jackentasche gefunden. Doch auch das weniger harmonische Mörderspiel hat zur allgemeinen Belustigung beigetragen. Nach dem Motto: „Einer nach dem Anderen“ ließ fast jedes Chormitglied früher oder später sein geschätztes Skatkarten-Leben. Durch die unerlässlichen Kennlernspiele ist auch der Schüchternste aufgetaut, sodass alle, mit Chips und Bier bewaffnet, bis in die Morgenstunden den Chorhefter komplett durchsingen konnten. Diese Atmosphäre, mit all den Celebratelern um ein Klavier versammelt, war einzigartig!

altNach dem Frühstück ging es mit gestärktem Gemeinschaftsgefühl und ‘nem vollen Bauch an die weiteren mehrstündigen Proben. (Beeindruckend zu beobachten war es übrigens, wie einige Mädels während der Proben simultan stricken und dadurch am Ende der Chorfahrt ganze Kleiderschränke mit ihren Erzeugnissen füllen konnten). Die Freizeit wurde am Samstagnachmittag durch Mithilfe vieler Freiwilliger mit einigen Workshops überbrückt, wodurch man in die Geheimnisse des Tanzens, Massierens oder des Beatboxings eingewiesen werden konnte. Andere versuchten sich in einem Bandprojekt, der Rest schlenderte über den Binzer Weihnachtsmarkt.

Dass einigen Liedern im Chor eine besondere Bedeutung zugesprochen wird, hat man spätestens gemerkt, als das Männer- und Frauenstück enthüllt wurde. Doch zumindest das Lady-Gaga-Medley der weiblichen Fraktion von Celebrate hat für internationales Aufsehen gesorgt, dass selbst Lady Gaga persönlich dem Chor ihren Segen gab. Darauf warten die Jungs mit „Carry on my Wayward Son“ bislang vergeblich. Trotzdem einen gigantischen Auftritt im Moya hingelegt, wahrscheinlich nur weil auch der liebe Herr Chorleiter mitgesungen hat! = )

Wenn man sich traute, konnte man am Abend zeigen, was man außer singen noch so drauf hat, denn „der Celebrate-Chor suchte den altSuperstar“, wenn auch nur zum Spaß. Es war aber beeindruckend, wie spontan und dennoch voller Überzeugung neben den eigentlichen Proben dafür trainiert wurde. Am Ende hat es sich für alle gelohnt, denn diese einzigartige Show bot ein unübertreffliches Angebot an Celebrity´s: Nachdem der Osterspaziergang gerappt und gebeatboxed wurde, musste das Publikum Live-Tänze erraten. Danach gab’s selbstgeschriebene Songs an der Gitarre und direkt danach wurde man visuell in die Londoner Fashion-Week entführt und hat die besten Beispiele für Recycling und nachhaltige Mode bewundern dürfen. Auch die Männer trauten sich. Ein ganz besonderes „Truly Medley Deeply“ wurde nur für die Frauen performt, als danach die 4 von der Tankstelle mit ein paar Bierflaschen ein eigenartiges Entenlied zum Besten gaben. Der Superstar wurde nicht gefunden, aber dafür neue Designer für neue Konzertklamotten?!

Bis tief in die Nacht blieb beim gemeinsamen „Abrocken“ kein Chorlied vergessen und kein Song aus den „3 Dingern“ verschont

Auch wenn der eine oder andere nicht putzmunter den Sonntag beschreiten konnte (lag bestimmt am Wetter), ging es trotzdem fröhlich ans letzte Einsingen, an die letzten Kanons (man was haben wir gerechnet) und an die Wiederholung der Lieder vom Wochenende. Auch Weihnachtslieder waren plötzlich angesagt. Noch schnell was Warmes gegessen, die Sachen gepackt und ein Gruppenfoto geschossen und schon fanden wir uns alle im Zug Richtung Heimat wieder. Ich weiß nur, dass alles mit einer Bravo-Zeitschrift endete… und einer kostenlosen Sitzung mit Martin Heuschkel alias Dr. Sommer!

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