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Die Frage des Tages: Wie oft kann man einen 1000 Euro-Schein in 10 Euro-Scheine teilen? Oder: Wann kommt das Brautpaar? Oder noch vielmehr: Dürfen die das?

 

(dtpc) Am 28. Mai im Jahre 2011 nach Christus +/- trifft sich eine kleine aber exklusive Auslese des berühmt/berüchtigten Chors Celebrate aus der womöglich schönsten Hansestadt mit R. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und Celebrate singt muntere Lieder für das wohl schönste Paar nach William und Kate. Die per Globus-Spinning zufällig ausgewählte Location war das beschauliche Frührentner- und CluburlauberOstseebad Kühlungsborn.Vom HBF Rostock nahm die lustige Samstags-Karawane irrsinnig weite und gefährliche Strecken auf sich, um dem Hochzeitspaar zu hofieren.

Angekommen am Ort der ewigen Vereinigung, sammelten wir uns und traten ein in Gottes Haus und fanden vor nicht mehr als eine Kirchenmaus. Der Spielraum an der linken Seit' sah man schon von weit, doch nur ein Beichtstuhl stand bereit. 

Wir haben uns eingesungen. Celebrate war bereit. Die Gemeinde war in Erwartung. Die Welt stand still. Pater Franz M. ist heiß (auf ein Ja-Wort). Die Hochzeiet konnte beginnen. Alles war auf Anfang. Eine neue Zeitrechnung war im Begriff zu starten. Doch etwas fehlte.  

Allgemeine Verwirrung kam auf. Keiner wusste so recht was da fehlte. War es? A: UnterwäscheB: Blumenschmuck, C: Orgelmusik von Johann Pachelbel oder D: Das Brautpaar 

 

 

Antwort D. entspricht der Wahrheit. Der Bräutigam hatte Muffensausen. Aufgrund variierender Anzahl und Namen des Brautduos bzw. Trios kam es, wie regionale Medien verlauten ließen, kurz vor der Hochzeit noch zu Komplikationen, die auch den Pater verwirrten.   

 

Wer durfte ran? Andrea und Stephan, Christina und Andrea, Christina und Stephan.   

 

Und tatsächlich ein Novum in der erzkonservativen katholischen Enklave in Kühlungsborn. Dogmen brachen, Zölibate platzten, Sakramente erodierten, Heilige fielen, Engel weinten und Pontifex Maximus Benedikt der XVI staunte nicht schlecht. Gott sandte spontan einen Regenbogen.  

 

Es handelte sich um Andrea und Christina.    

 

Ausgebufft wie Pater Franz M. nun einmal war ließ er sich nichts anmerken und wahrte sein Pokerface. Doch zum Ende lagen die Nerven blank und er vergass "Bless the Lord" anzukündigen, der musikalische Zuckerguss des Celebrate Chors. Wo sich eine Luke der Toleranz öffnete, schloss sich ein Tor für gut gemeinte Segenswünsche unsererseits. 

 

Doch was blieb? Ein dreifaches Ja, Ja, Ja besiegelt diesen Bund und mit einem Handschlag wurde es dann noch romantisch. Das Blitzgewitter der anwesenden Weltpresse war ohrenbetäubend und verschluckte auch das eine oder andere Ja. Die aus der Mittelschicht stammende Andrea trug ein cremefarbenes und körperbetontes Kleid mit Schleppe. Dennoch stach ein junges Mädchen mit ihrem Purpur-Kleid, die einen kleinen Toast vortrug, aus der Masse heraus. Über Verwandtschaftsverhältnisse wird zu spekulieren sein.   

 

Alles in allem ein wunderbares Fest der Liebe, abgerundet durch kulinarische Genüsse des meditaranen Raumes und den zukunftsträchtigen Experimenten, ein high-class Ü-Ei-Boot in delikatem Apfelschorle schwimmen zulassen, sowie Pizza mit Pastasauce zu versehen. Mit soviel Toleranz und neuen Erkenntnissen starteten wir in eine neue Ära...