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Unsere Frühlingschorfahrt vom 20. bis 22. Mai führte uns diesmal ins nahe gelegene Wismar. Wir trafen uns nachmittags am Rostocker Hauptbahnhof, um gemeinsam ins Wochenende zu starten. Dieses Mal bevorZUGten wir für unsere Reise aber die Autos. 16 Uhr fiel der Startschuss für die Wagenkolonne. Stefanie B., Doreen, Stefan und ich fuhren zusammen. Interessanterweise kamen selbst die Autos, die zur gleichen Zeit losgefahren waren, zu unterschiedlichen Zeiten im Juri-Gagarin-Ring an. Dafür sahen sie natürlich viel mehr von der Welt.

 

 

Die Jugendherberge versetzte uns in positives Erstaunen. Unsere Zimmer waren wunderbar geräumig, hell und vor allem das Bad (ich weiß, viele Mädels achten da genauso drauf) war picobello sauber. Ein Traum. 19 Uhr schloss sich das Abendessen im Gemeinschaftsraum an. Hier sollten wir die nächsten Tage essen, schwatzen, sitzen, singen, schwitzen, spielen und viel lachen. In etwa auch in der Reihenfolge. Sollte ich diese drei Tage in einem Satz zusammen fassen, so würde er u.a. „wenig Schlaf und viel Sonne“ enthalten. Ja, das Wetter meinte es eindeutig gut mit uns.

 

Am Samstagnachmittag gab es Workshops von unserem strahlenden Tanzpaar Pia und Peter, eine exklusive Stadtführung durch Wismar mit Kalo sowie einen Strickkurs. Tischtennis, Frisbee und Sonnenbaden standen auch hoch im Kurs. Franka, Gina, Jana, Tina, Dirk und ich besichtigten in dieser Zeit Wismar, wobei wir zwei lustige Begegnungen hatten. Die eine mit einem älteren Mann, der uns sehr umständlich den Weg zurück „erklärte“ und uns dann nicht mehr zu Wort kommen ließ und die andere mit einem zweimaligen chinesischen Weltmeister im Boxen, der uns auf dem Weg zurück zur Herberge begleitete.

 

Mein persönliches Highlight war der Samstagabend, bei dem das Spieleteam sich selbst übertroffen hat. Überhaupt haben alle, die die Organisation gestemmt haben, ein großes Dankeschön verdient. Wir mussten in fünf Teams unterschiedliche Stationen meistern. Von abstrakter Fingerfarbkunst bis zum Ausziehen war alles dabei. Wir haben uns über Scheidungsgründe ausgetauscht, Wasser geschöpft und Netze gesponnen. Für die Hellhörigen unter uns gab´s die stille Post. Unsere (zweitplatzierte!) Gruppe hat aus Justin Pascal einfach Justin Bieber gemacht - andere tauften ihn gleich in Kevin um. Ist ja auch praktischer. Jan H. und Toralf dokumentierten den öffentlichen Teil des Abends mit ihrer Kamera. Steffen verlor zwischenzeitlich seine Gruppe und Steffi wurde öfter nass gemacht, als sie wollte. Danach wurde wieder kräftig musiziert und getanzt. Ich bin dafür, dass die Choreografien vom Samstag ins nächste Konzert eingebaut werden. Unsere Polonaise war super.

 

Das Mörderspiel durfte auch nicht fehlen. Leider wurde ich von meinen misstrauischen Mitsängern gnadenlos gehängt. Skurril, wenn man sowas im Nachhinein über sich selbst schreibt. Als ich Christina im Gemeinschaftsraum umarmte, meinte sie noch im gleichen Moment zu mir: „Oh, bin ich jetzt etwa tot?“ Es macht wirklich Spaß. Das müssen sich auch Andrea und Anna gedacht haben, denn sie brachten während des Wochenendes noch mehr Leute um die Ecke.

 

Natürlich haben wir nicht nur gespielt, sondern auch intensiv geprobt. Da wir einige werdende Muttis unter uns haben, möchte ich es so beschreiben: Die erste Probe am Freitagabend befand sich noch in der „Eröffnungsphase der Geburt“. Die besondere Hellhörigkeit des Raumes war nicht zu unterschätzen. Überhaupt war unser Pensum hoch, aber Celebrate hat es souverän gemeistert, was selbst unseren Martin überraschte. Der Samstag steigerte sich bis zum Abend zur „Übergangsphase“, wo die Wehen quasi am stärksten waren. Das hat uns glaube ich vom Klang alle echt umgehauen. Ein Phänomen, das ich mit euch immer wieder erlebe. Wunderschön. Der Sonntag brachte dann unser „gute-Laune-Baby“ als Resultat unserer Proben zum Vorschein. Zugegeben, es war anfangs noch ein bisschen erschöpft.

 

Es brachte uns sehr viele schöne Ohrwürmer mit. Am Freitag verliebten wir uns. Verrückt ist das. Aus lauter Freude darüber feuerten wir gleich 21 Kanonen ab, mit denen wir die Engel von Rammstein trafen. Diese konnten daraufhin nur noch ding dong rufen und schickten den nächsten Satelliten zum Mars, wo es ja bekanntlich kein TV gibt. Dem Fährmann war´s egal. Der wollte wieder nur sein Geld.

 

Nun bin ich auch schon am Ende und konnte mich wieder nicht kurz fassen. Ich denke, unser Abschlussbild auf der Treppe, das André so schön in Szene gesetzt hat, bringt die Stimmung einfach am besten rüber. Cheese!