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„Wir waren in Waren“ - so schön klingt das, so schön klingt diese einfache Wahrheit, wie die erste Strophe eines Kinderrhymes.  Folgendes soll aber ein Blogbeitrag werden und ich hoffe sehr, dass meine Eindrücke und Bemerkungen zum Konzert, das am 29.01.2011 in Musikkreisschule in Waren-Müritz statt gefunden hat, ein Blog-Vorbeitrag wird, dass auch die restliche 50-80 oder mehr Alten, Basse, Tenore und Soprane zum denken und erinnern anspornt.

Soweit ich mich erinnere, hat sich  unsere Gruppe verabredet, Samstag früh am Bahnhof Süd zu treffen. Dieser Tag hat für mich ganz früh angefangen, denn ich vorgenommen habe, als Mitbringsel zum gemeinsamen Abschlussbuffet, einen Salat vorzubereiten, der in Russland für ein traditionelles Festgericht gehalten wird. So stand ich morgen früh am Herd, kochte Gemüse und fühlte eine leichte Unruhe, die ich der Tatsache zuschrieb, es stehe mein erstes Konzert mit dem Pop-Rock-Gospel-Chor Celebrate vor. Eigentlich, sollte diese Veranstaltung nicht so beängstigend sein, denn trotz des Unwissens, wo wir hin fahren, wer von Sängern kommt und wer nicht, was für Publikum auf uns wartet und wie das Konzert ausgeht, die Lieder waren mehrmals im Laufe des Semesters geprobt, in Stimmen-Gruppen und im gemeinsamen Singen und die Celebrate Sänger waren ja immer noch diejenigen, die ich  kenne...Nein, es gab nichts zu fürchten, weil ich mich  dieses Winters, ohne zu merken, in dem Celebrate Chor eingelebt habe. Ich kenne Martin, Marian und Lena, ich kenne all die Mädchen, die mir auf die Noten zeigen, ich kenne die Stimmen der Jungen, die hinter mir 3 Monate lang gesungen haben und ich weiss, was für ein schönes Gefühl es ist, wenn man seine Stimme fühlt, aber nicht mehr wahrnimmt, als sie in dem gemeinsamen harmonischen Einklang zerschmelzt.

Die Sonne beschenkte uns mit zärtlichem Licht als wir im Kreis in den Sonnenstrahlen unter freiem blauen Himmel standen, und ein nachdem anderen kamen „die Stimmen“ dazu, aufgeregt und erfüllt mit Spannung, die mit Sicherheit auch Freude verbarg. Die Jungs hatten vollgepackte Rücksäcke dabei und ganz abenteuerlustige Stimmung um sich herum, ein Mädchen, an das ich mich noch erinnern kann, strahlte auch in der Sonne, mit selbsgebackenem Kuchen in Armen und ich könnte es kaum glauben, wie schön und rein das Leben sein kann. Unser Kreis weiterte sich weiter, bis es zum Listenaufruf kam, sodass ich mir die Namen einprägen konnte und wir alle noch mal die Gelegenheit hatten, jeden einzelnen von uns mit Blick und Lächeln zu begrüßen. Dann ging es ab zum Zug, der uns in das schöne Müritzland bringen sollte.

Wer kennt denn nicht die marinen-blau karrierte Sessel auf der zweiten Decke des Zuges? Und diese gewolbte Fenster, die einem den Eindruck geben, er fliege in einem langsamen durchsichtigen Zeppelin? Wunderschön war die Reise. Die mit Sonne, Gedanken, Ruhe und leichten Stimmesgeräuschen erfüllte Zeit schien unendlich zu sein...Doch die Reise ging zu Ende, als das Schild Waren-Müritz aus dem Fenster zu sehen war.

Wir stiegen aus dem Zug, jetzt nicht mehr als Gruppe, sondern jeder für sich alleine, - so hatte ich den Eindruck, - jeder mit seinen Gedanken beschäftigt, die eine solche gelassene Zugreise für gewöhnlich erweckt. Und dann stand eine lange Marschstrecke vor uns, die wir in Paaren im gleichen/...v nogu? Schritt und Tritt (?- im leichten Trab) meisterten. Ist es nicht schön, den gleichen Pfad zu bestreiten und sich gegenseitig kennen zu lernen? So habe ich die Sarah kennen gelernt, ein Mädchen, das ich hier wohl persönlich nicht vorstellen darf, das ich aber trotzdem sehr mag, und wenn ihr schon sowieso meinen Namen kennt, dann werdet ihr auch den Namen Sarahs und halt einige anderen als „OK, Gut“ akzeptieren:-)

Die Kreisschule in Waren sieht modern aus, - das ist alles, was ich darüber sagen kann und werde. Erstens, weil sowohl die Sänger, als auch die Zuschauer und die Zuhörer, die am Konzert teil nahmen, dieses Gebäude mit Sicherheit kennen und sich daran erinnern können und, zwar viel besser als ich. Zweitens, weil ich in Gedanken noch im Gespräch mit Sarah war  und die Gabe des Multitaskings, in diesem Fall zuzuhören und zu betrachten, nicht zu meinen Stärken gehört.

Dann ging es alles ganz schnell: die breite lange Treppe hoch gelaufen, die lächelnde Lena begrüßt, das Zimmer für die Proben betreten und stehen geblieben. Alles neu und alles voller Licht. Riesen-großen Blätter des Hauspflanzen auf dem Fensterbank, altes Piano, ähnlich zu dem, welches ich noch aus dem ukrainischen Kindergarten kenne, kleine Stühle im Kreis dicht an einander und wir, Celebrate, in einer vollkommen anderen Umgebung. Das ist tatsächlich nicht einfach, die Menschen, die ich nur in der großartigen Aula des Hörsaals für Maschinenbau gesehen und gehört habe, hier ganz nah Gesicht ins Gesicht und Augen in Augen, zu sehen bekommen. Ja, es kann schon für einen manchen erniedrigend klingen, dass jemand ihn nur als Teil des großen Bildes von Celebrate-Chor-Probe wahrnimmt, als Puzzle,und nicht als einzigartige Persönlichkeit, mit komplexer inneren Welt und filmwerten Erfahrungen...So musste ich auch meine Mitsänger neu erleben und neu kennen lernen.

Geprobt, die Ratschläge gehört, zur Kenntnis genommen, denn niemand konnte auf dem Singen so richtig konzentrieren und ab in den Konzertsaal. Da kam es  zur schwersten Probe unseres Konzerttages: wie sollten wir uns in der Nische, die man für eine Bühne gilt, und das Drittel von welcher ein alter schicker Steinway Flügel besass, harmonisch platzieren? Wer kann sich nicht an diese peinliche schwere Momente erinnern? Es gab Vorschläge von links und vor rechts, man stand ganz weit und ganz nah, die Sänger tauschten Plätze mit einander und formten verschieden geometrischen Variationen als Darstellergruppe, die Versuche schienen zum Misserfolg verurteilt sein, denn keiner war zufrieden und jeder verstand, das es doch nicht passt, nicht stimmt und schon wieder eine völlig  falsche Konstellation war. Selbst Royal wurde mehrmals verschoben- und dies war, muss ich sagen, ein ganz schon schweres antiquares Stück von einem Musikinstrument.

Dann weiß ich nicht mehr, wie die Entscheidung fiel,- ich stand zwischen dem Flügel und Julia, dem tiefen Sopran, die ihr bestimmt auch schon alle kennt. Und diese Erahrung war für mich eine der schönsten am Tag, die noch schönere kam zum Schluss. Wir waren alle in schwarz gekleidet, die Lena hat uns die Celebrate Halstücher verteilt, wir standen Schulter an Schulter mit einer großen feierlichen  Aufgabe vor uns. Und die Leuchte, die auf der Decke überall geschraubt worden waren bestrahlten uns mit fröhlichem Licht und ich  sah die Augen, die lächelten...Der Saal war noch leer, wir wussten schon, was zu singen und wie zu singen, wir warteten nur auf unseren  heiß geliebten, hoch geschätzten und tief respektierten Chorleiter, - Gott, verzeih mir diese Witz- um den ersten offiziellen  Celebrate Auftritt im neuen Jahr 2011 zu geben.