Seitlich am Gang türmt sich das Buffet gefüllt mit saftigen Muffins, frischen Salaten und knusprigen Pommes. Aus den Boxen dröhnen Bässe und auf der Tanzfläche wird ausgelassen gezappelt. Ganz richtig, wir befinden uns in der „Pumpe“, um unser Abschlusskonzert zu celebrieren.

Bis dahin war es ein weiter Weg und da jeder seinen Chorblog von vorne erzählt, tue ich das heute mal nicht. Wir gehen quasi rückwärts in die Stadthalle und landen samt schwarzem Outfit und Krawatte auf der Bühne. Traditionell endet unser Winterkonzert mit „Dankeschön und auf Wiedersehen“ sowie „Oh Happy Day“. „Engel“ von Rammstein, ein Relikt, welches noch aus der ersten Landeschorwettbewerb-Teilnahme von CELEBRATE stammt, fungiert als Höhepunkt unserer Vorstellung. Zudem enthält unser Set wie immer auch eine obligatorische Nummer von Queen → „Killer Queen“.

In ganz andere Sphären beamt uns das letzte Solo. Von einer samtweichen Stimme untermalt mit Gitarre sind wir alle ganz verzaubert. Zuvor beweisen die Herren, dass sie für „Popstars“ längst bereit sind. Zu schade, dass das Format abgesetzt wurde. Welche Schwierigkeiten ein kleiner Mensch so im Alltag hat und warum da manchmal auch ein Hocker nicht hilft, wird uns in einem anderen Solo-Beitrag erzählt. Die Zuschauer dürfen gemeinsam mit der Solistin und der Ukulelen-Begleitung eine kleine Melodie im Refrain mitträllern. Unser diesjähriges Moderatoren-Duo stellt fest, dass leider nicht jeder jeden Evergreen kennt und lässt uns gemeinsam mit dem Publikum „Lemon Tree“ anstimmen. Ein sehr schöner Moment, den wir nicht so schnell vergessen. Die ganze Sache ist für uns alle eine Überraschung. Wir schwören, wir haben definitiv nichts davon gewusst ...

Nach der Halbzeitpause schmettern wir direkt einen ABBA-Klassiker in die Halle und wippen zu einer fruchtigen CELEBRATE-Variante. Am meisten Spaß haben wir bei „Shake it off“. Eifrig schüttelt jeder sämtlichen Frust von sich und tanzt, dass die Bühne nur so wackelt. Unsere beiden Moderatoren, die übrigens hervorragend durch den Abend führen, liefern einige spannende Anekdoten zum Choralltag und bringen unseren Gästen nahe, wie so eine Chorprobe bei uns abläuft. Besser als gedacht funktioniert unser schwerstes Stück. Auf „Cosmic Love“ können wir mächtig stolz sein. Da wir immer für unsere spärlich vorhandenen deutschen Lieder kritisiert werden, dachten wir uns, mit einem schönen Schlager kann man nichts falsch machen → „Ein Lied kann eine Brücke sein“.

Das Einlauflied betitelt das Motto des Abends. Als erstes betritt die Chorleitung den Saal. Ausgestattet mit Frack, Zylinder und makaber aufgespießten Quietsche-Entchen-Zepter. Dicht gefolgt vom Chor, der sich in einer sehr interessanten Schrittfolge in Richtung Bühne bewegt. Auch unsere ausgefallene Choreo kann sich sehen lassen. „The Greatest Show“ stellt definitiv einen fetten Auftakt des Konzertes dar. Einige Chormitglieder träumen allerdings noch immer von einem riesigen Vorhang der mit einem Knall den Blick auf die Bühne freilegt. Vielleicht beim nächsten Konzert ...

Elisa Segert
Fotos: Daniela Kayßer