Dicke Schweißtropfen kullern über die Gesichter. Es herrschen wirklich tropenähnliche Temperaturen. Dieser Sommer ist der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und das Semesterabschlusskonzert steht in den Startlöchern. Wir werden an diesem Tag alles dafür geben, dass dies ein Event der Superlative wird und lassen uns von wetterbedingten Faktoren nicht davon abhalten, unsere Liebe zur Musik mit dem Publikum zu teilen.

Schon den zweiten Sommer in Folge ist die Halle 207 vom Volkstheater der Ort des Geschehens. Die alte Schiffbauhalle hat ihren ganz eigenen Charme und wir freuen uns unglaublich, hier wieder Singen zu dürfen.

Mit dem altbekannten Dauerbrenner „Holding out for a Hero“ betreten wir die Bühne und werden von einem tosenden Beifall begrüßt. An dieser Stelle bekommen wir schon eine fiese Kostprobe vom gleißenden und heißen Scheinwerferlicht. Aber das macht uns nichts aus. Davon unbeirrt berichten wir mit „No Roots“ von unserem wurzellosen Dasein und tanzen beschwingt zu einem Hit der Beach Boys. Dabei wippen schon die ersten Gäste aus dem Publikum begeistert mit. Übrigens, unsere beiden charmanten Moderatoren für diesen Abend, Stefan und Steffen, haben allen Anwesenden zuvor richtig eingeheizt. Allerdings bezweifeln sie gegenseitig ihr Moderationstalent. Völlig zu Unrecht, wie wir alle finden! Die beiden können das ausgesprochen gut! 

Dann wird es Zeit für das erste Solo. Das A-Capella-Stück „Levan Polkka“ verleiht dem finnischen Saunafeeling das absolute I-Tüpfelchen. Danach lassen wir es mit zwei altbewährten Celebrate-Songs so richtig krachen und spätestens bei „Sing, Sing, Sing“ kann niemand mehr still sitzen. Aber wir können auch mit ruhigen Liedern denkwürdige Augenblicke kreieren. Untermalt von Piano, Saxophon, zwei Flöten und einer Geige gipfelt das Taizé „Exaltabo Te“ zu einem filmreifen Höhepunkt an diesem Abend. Für die epischen Lichteffekte sorgen elektrische Teelichter in unseren Händen.

Unser Moderatorenduo ist wieder an der Reihe. Stefan stellt mit Bravour unter Beweis, wie gut er unsere Chormitglieder kennt. Sein Pendant Steffen scheint davon allerdings nur wenig beeindruckt zu sein. Im Anschluss wird ausnahmsweise mal nicht gesungen. „Ich kann alleine sein“ ist kein Solo im musikalischem Sinne, sondern ein Poetry Slam. Dieser Beitrag wird unfassbar authentisch vorgetragen und lässt uns ein wenig nachdenklich gestimmt zurück. Mit der Rockhymne „Welcome to the Black Parade“ von My Chemical Romance marschieren wir dann langsam in Richtung Halbzeitpause. Zuvor ist aber noch das Medley „Ohne dich“ dran. Dabei singen wir Teile aus Liedern von Münchener Freiheit, Echt und Rammstein, was kurioser nicht sein könnte.

In der kurzen Pause wird die Stirn trocken gewischt und wir tanken uns mit kühlem Wasser auf. Diese zehn Minuten haben wir definitiv gebraucht. Mit neuer Kraft legen wir mit dem Gospel „I can tell the World“ sofort richtig los. Gleich im Anschluss hat sich unser Moderator Stefan etwas ganz Neues ausgedacht. Steffen soll die folgenden Stücke zuerst wir ein Sportmoderator, danach seriös wie ein Nachrichtensprecher ankündigen. Nicht nur unsere Zuschauer sind mehr als beeindruckt von seiner Leistung. Der Karriere im Fernsehen steht nichts im Wege.

Dann ist es soweit: Das Lied, welches uns sämtliche Nerven geraubt hat, ist dran. Mit „Arsonist's Lullaby“ überwinden wir die größte Herausforderung des Abends. Aber wir können mit ruhigem Gewissen sagen, dass wir das gut gemeistert haben. Wenn die Damen die Front verlassen, kann das nur bedeuten, dass uns das Herrenstück vom Hocker reißen wird. Das „Backstreet Boys Medley“ katapultiert mit Sicherheit jeden Nostalgiker back to the 90’s.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und noch schneller, wenn man auf der Bühne steht. Schon steht das das letzte Solo auf der Setlist. „Stand by my/Stand by you“ ist ein Mash Up und verleitet unsere Zuschauer zum Mitklatschen. Man könnte glatt meinen, Mash Ups und Medleys seien Rudeltiere - sie treten heute sehr gehäuft auf.

Unsere beiden Herren der Moderation bieten uns nun einen ganz ausgefallenen poetischen Erguss dar, während die Damen auf ihren Einsatz warten. Das Frauenstück beinhaltet eine Bandbreite an Rihanna-Songs. Mal wieder ein Medley an diesem Abend. Direkt nach „Madness“ erleben wir unseren Drummer in Höchstform. Er zeigt bei seinem Solo, was er drauf hat.

Der Abend neigt sich nun endgültig dem Ende zu. Mit zwei Klassikern lassen wir den Saal noch mal so richtig beben. Natürlich gehen wir niemals ohne entsprechende Zugabe. Diesmal wird es geheimnisvoll. Ausgefallen choreografiert und mit einer Taschenlampe in der Hand bewegen wir uns zu „Aha“, angelehnt an die Pentatonix-Version. Am Ende schippern wir mit „To the Sea“ in zackigem Tempo in den Feierabend und verabschieden uns, wie bei jedem Abschlusskonzert, ganz traditionell mit „Dankeschön und auf Wiedersehen“.

Um das Konzert gebürtig zu feiern, versammeln wir uns im Anschluss im „Bunker“ zu unserer legendäre Aftershowparty. Vollgestopft mit Essen und Musik lassen wir es uns gut gehen und freuen uns darauf, im Winter die Bühne wieder ausgelassen zu rocken. Diesmal mit Temperaturen, die uns nicht zerfließen lassen.

Elisa Segert

Fotos: Daniela Kaysser