Mittwoch, 13. September 2017: Die Probe. „Wo ist eigentlich Christian?“


Nach Tagen des typisch norddeutschen herbstlichen Dauerregens kündigten die Meteorologen für Mittwoch das Orkantief „Sebastian“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h an – oder wie wir hier oben in Norddeutschland sagen würden: „en lütten Tick Wind“. Entwurzelte Bäume, fliegende Dachziegel und Regengüsse hielten uns jedoch nicht davon ab, am Mittwochabend zu einer ganz besonderen Probe zusammenzukommen – im Auftrag der Liebe – denn am Samstag sollte geheiratet werden.

Seit unserer letzten Probe waren nun schon einige Wochen vergangen und so waren wir alle umso motivierter, endlich wieder gemeinsam zu singen … Und, wir hatten es nicht verlernt! ;-)

Im letzten Teil der Probe widmeten wir uns nochmal dem Lied „Auf uns“, das auf der Hochzeit in einer ganz besonderen Version erklingen sollte. Damit es losgehen konnte, brauchten wir Christian an der Gitarre … Aber wo ist der eigentlich? Er hatte den Raum vor einer gefühlten Ewigkeit in Richtung Chorlagerraum verlassen und war seitdem nicht mehr aufgetaucht … Plötzlich vernahmen wir merkwürdige Geräusche aus Richtung Fensterfront. Was ist das? Wirft da etwa irgendjemand kleine Steinchen gegen das Fenster? Nanu? Hatten wir etwa so schlecht gesungen? – Nein, da draußen stand Christian, der sich ausgesperrt hatte und nun schon eine ganze Weile verzweifelt versuchte, auf sich aufmerksam zu machen.

Ende gut, alles gut. Christian hatte sich wieder angefunden und die Probe konnte ohne Verluste fortgeführt werden. Nachdem alle Unsicherheiten beseitigt worden waren und jeder wusste, wann er, wo und wie „rein (Cele)breezen“ muss, verabschiedeten wir uns voller Vorfreude auf Samstag.

 

Samstag, 16. September 2017: Hochzeit. Döner. Eis.


Um 10.15 Uhr
trafen wir uns – die einen mehr ausgeschlafen, die anderen weniger, aber allesamt fröhlich und bei strahlendem Sonnenschein am
Ulmenmarkt. Nachdem wir alle Fahrer und Mitfahrer auf die fünf Autos verteilt hatten, konnte es endlich losgehen. Unser Ziel: Die allseits bekannte „Nossentiner Hütte“.

10.31 Uhr: Abfahrt. Fast pünktlich ging es in Richtung Autobahn. Nach 56 km hatte un-ser Auto den ersten Zwischenstopp erreicht: Rastplatz Bansower Forst. Nachdem wir den Parkplatz und die Örtlichkeiten erkundet hatten, konnte es wenige Minuten später auch schon weitergehen – nur noch 20 km bis zum Ziel! „Wie langweilig“, dachte sich unsere Fahrgemeinschaft, sodass wir uns 4 km vor unserem Ziel für eine alternative Route entschieden.

„Bitte wenden.“ „Bitte wenden!!!“ „BITTE WENDEN!!!“, die immer energischer werdende Ansage des Navis wurde konsequent ignoriert, bis eine neue Route berechnet wurde. „Noch 15 km bis zum Ziel“ – das hörte sich vielversprechend an. Wir fuhren also weiter auf Schotter-, Wald- und Wiesenwegen durch kleine idyllische Örtchen, Landschaften und Wälder. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen und auch das Navi verabschiedete sich – das konnte ja abenteuerlich werden. Ob wir jemals ankommen?

Nach einer Weile hatten wir den Ortseingang von „Nossentiner Hütte“ aber doch noch erreicht und auch den Weg in Richtung Auftrittsort am Drewitzer See gefunden. Dort angekommen, kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Die Hotelanlage befand sich ganz idyllisch inmitten des Naturschutzgebietes Nossentiner Schwinzer Heide am Drewitzer See. Doch unsere Erwartungen sollten noch übertroffen werden, denn der Ort des Geschehens lag ein klein wenig abgelegen in einem Waldstück, am Ufer des Drewitzer Sees. Beim Anblick dieser traumhaften Kulisse schmiedeten die ersten von uns schon eigene Hochzeitspläne. (Anmerkung der Redaktion: Aha!)

Aber genug geträumt! – Heute ist erstmal ein anderes Paar an der Reihe. Nach einer kurzen Stell-, Sitz- und Gesangsprobe begaben wir uns ins hoteleigene Schwimmbad, wo wir uns bei tropischen Temperaturen auftrittsfertig machten. Nur noch fix ausschütteln und einsingen und dann kann‘s losgehen.

Am See wurden wir schon ganz freudig vom Bräutigam begrüßt. Und nun fehlte nur noch eine … die Braut. Alle Blicke richteten sich gespannt in Richtung Waldweg, von wo aus sie zu „Auf uns“ in der Special-Hochzeits-Edition einzog. Nach einer knappen Stunde waren alle Beteiligten verheiratet, mit irischen Wünschen gesegnet, von „Fix you“ verzaubert und die Hochzeitsgesellschaft zog zu den Klängen von „Somewhere I’m yours“ weiter in Richtung Bootshaus zur Party.

Für uns hieß das: Abflug. Aber wohin? Martin schlug Eis essen in der besagten Nossentiner Hütte vor. Nach einigem Umherirren durch die äußersten Winkel der Hütte, mussten wir jedoch feststellen, dass das „Café Gisela“ schon lange nicht mehr existierte und sich in der näheren Umgebung auch sonst nichts „Eisartiges“ befand.

Schließlich entschieden wir uns für ein Chinesisches Restaurant auf der Holzhalbinsel – dort angekommen, mussten wir jedoch feststellen, dass es erst in zwei Stunden öffnen würde. Zum Glück befand sich nur einige Meter weiter das „Dönerhaus 571“, wo wir alle (ganz Celebrate-like) genüsslich Döner verspeisten. Und auch das geplante Eis konnte im Anschluss geschleckt werden, zwar nicht im „Café Gisela“, dafür aber bei schönster Abendsonne in Stadthafennähe.

Mit vollen Bäuchen und vielen schönen Eindrücken ging es von dort aus nach Hause. Einige konnten sich jedoch noch nicht voneinander trennen und ließen den Tag mit einem Kicker-Turnier im Pleitegeier ausklingen. Das war ein wirklich schöner Tag. Vielen Dank an alle! ☺

Rebecca Grohs

Fotos: Martin Heuschkel