Am 03. Juni ging es dieses Jahr für uns auf Chorfahrt nach Burg Stargard. Ich reiste zusammen mit der Gruppe an, die den späten Zug um 18:30 Uhr nahm. In der Jugendherberge angekommen, wurden wir mit geschmierten Broten empfangen und bekamen unsere Zimmer und Zimmergenossen zugeteilt, womit ich super glücklich war! Dann begann auch schon die erste Probe. Es wurde „Battlefield“ eingeübt, die vier Mörder ausgelost, sowie der zukünftige Autor des Beitrags zur Chorfahrt für den Chorblog ausgewählt. (juhu!) Außerdem bekamen wir alle Zettelchen mit verschiedenen Textstellen verschiedener Lieder dieses Semesters, nach denen wir uns dann zusammensuchten. Diese Kleingruppen sollten das Schicksal des nächsten Tages besiegeln. Wir spielten einige Spiele im Klein- und Großgruppenverband, die uns für den Abend im wahrsten Sinne des Wortes „warm“ machten, da wir gegen Abend die Fenster nur öffnen durften, wenn gerade nicht gesungen wurde, was sich doch als gar nicht mal so häufig herausstellte. Die angestimmten Lieder stammten aus allen möglichen Semestern und da ich zwar Chorfahrt-Ersti, nicht aber Chor-Ersti war, war mir der Großteil bekannt und es war einfach schön, diese noch einmal in Erinnerung zu rufen. Im Laufe des Abends lichtete sich die Gruppe recht schnell und zu später Stunde blieben nur noch sieben Menschen übrig. An dieser Stelle soll ich Stefans und Martins große, große Verwunderung darüber erwähnen, aus welcher heraus sich Verschwörungstheorien entwickelten, um den Rest des Chores wieder erwachen zu lassen. Irgendwann zwischen dem ganzen wurde ich übrigens auch ermordet von Tine, die aber gleich am nächsten Tag selbst sterben musste.

Tag zwei startete für mich nach drei Stunden Schlaf, denn als vorbildliches Chormitglied halte ich mich natürlich daran, dass auf Chorfahrt nic… wenig geschlafen wird! Nach einem leckeren Frühstück ging es gleich auf zur nächsten Probe. Wir lernten „Wrecking Ball“, was dem Alt von Ani beigebracht wurde, die Heike wunderbar vertreten konnte.

 

 

Nach dem Mittag hatten wir eine Weile Freizeit und, wie am Tag davor, jede Menge schönes Wetter. Verschiedene Grüppchen entschieden sich dazu, entweder zur Sommerrodelbahn zu gehen, zum Tollensesee zu fahren, zum nahgelegenen, laut Christians Homepageeintrag, „See“ zu gehen, in dem man dann einen gar nicht mal so zum Baden einladenden Teich fand, oder ins Bett zu gehen. In dieser Zeit begannen dann auch die Kleingruppen des Vortages sich wieder zusammenzufinden. Wir bekamen nämlich eine Aufgabe, nach der wir unser zugeteiltes Lied umsetzen sollten. In unserer Gruppe hatte jeder tolle Ideen und es hat wirklich Spaß gemacht sich etwas zu der Aufgabe auszudenken.

 

Schon bald folgten die nächste Probe und das Abendbrot. Dieses Mal lernten wir „S.O.S“ und „Freiheit“ und man merkte dem Chor doch eine leichte Erschöpfung an. Diese schwand dann jedoch wieder mit dem Beginn der Stationenspiele: Für meine Gruppe begann es damit „Stille Post“ zu spielen. Danach mussten wir uns ohne Worte verständigen, Lieder an kurzen Textzeilen oder auch rückwärts abgespielt erkennen, mit aneinandergebundenen Beinen zu einem Ziel gehen und mit Pingpong-Bällen in Tassen treffen. Die für uns letzte Station, bei der wir mit verbundenen Augen je drei verschiedene essbare Dinge erkennen mussten, wollte uns ganz lange nicht da haben und auch Jan wollte uns unsere Pingpongkünste nicht perfektionieren lassen. So überbrückten wir diese Pause mit Sport- und Dehneinheiten auf dem Flur, sowie sowas ähnlichem wie Begriffe raten. Jan erbarmte sich aber schließlich auch und ließ uns noch einmal zu seiner Station.

Gleich danach ging es zurück in den Probenraum und die Stunde der Kleingruppenauftritte brach an, welche von Stefans und Martins innovativer und abwechslungsreicher Motivation begleitet wurde. Die Auftritte waren alle … einzigartig! Ob „Free Your Soul“ im Stile des Dadaismus, „No Barbara No Ann“ in Hippieversion, „Fix You“ in Pantomime, „Hard Rock Hallelujah“ in HipHop, „Baba Yetu“ in schauspielerischer Darbietung, oder „True Colours“ als Rammsteinversion, die Zuschauerschaft war durchweg belustigt und es war wirklich schön zu sehen, wie viel Mühe und Ideen die einzelnen Gruppen investierten. Das war nebenbei auch der für mich schönste Moment der Chorfahrt, da ich lange nicht mehr SO gut gelacht habe. Schließlich wurde die Siegerehrung durchgeführt und alle Gruppen bekamen außerordentliche Preise! Plötzlich war es dann auch schon spät in der Nacht bzw. früh am Morgen. Es wurden wiederum Chorlieder angestimmt und freudig gesungen und getanzt. Dieses Mal waren auch noch viel mehr Leute wach, als zur gleichen Zeit am Vortag.

Am nächsten Morgen schleppten sich wohl alle, inklusive mir, mehr oder weniger zum Frühstück. Danach ging es zur letzten Probe, in der noch einmal die eingeübten Stücke der Vortage wiederholt und perfektioniert wurden. Wir räumten die Zimmer und packten unsere Sachen zusammen, bevor ein letztes Gruppenfoto gemacht wurde und sich schließlich alle per Zug oder Auto auf den Heimweg machten.

Zum Abschluss werden ja nun bestimmt sentimentale Worte von mir erwartet, also komme ich dem mal nach: Für mich war es ein sehr, sehr, sehr schönes, besonderes und auch entspanntes Wochenende, welches leider unglaublich schnell vorbei ging und sich gar nicht nach drei Tagen anfühlte. Hier sind lauter tolle Menschen, die dich nicht schräg angucken, wenn du den ganzen Tag vor dich hin summst, sondern mit einstimmen und die gleiche Leidenschaft teilen, wie du. Es wurde zwar im Vorfeld schon häufig die vergemeinschaftende Wirkung der Chorfahrt betont, aber das auch zu erleben ist schon wirklich schön. Ich hatte die Chance so viele liebe Menschen des Chores kennen- bzw. besser kennen zu lernen und habe das Gefühl jetzt noch „richtiger“ in diesem Chor zu sein, dessen für mich erste Chorfahrt nach Burg Stargard sicherlich nicht meine letzte bleiben wird.