(un)freiwillige Chorfahrtverlängerung
Ich hatte mich schon darauf eingestellt, die Busfahrt stehend zu erleben. Orest schaute sehnsüchtig von der anderen Seite der Scheibe zu uns hinein und weil ich vorher gar nichts und dann plötzlich wirklich mitbekam, dass die kleine Gruppe, die neben dem Bus stand, nicht mit den Autos, die dort auch standen, nach Hause fahren sondern auf einen zweiten Bus warten würde, entschied ich mich dazu, selbiges zu tun. Das ist schon komisch, wenn nicht alle zusammen nach einem tollen Wochenende nach Hause fahren, aber es kann auch nicht verkehrt sein, diese Zeit in kleiner Gemeinschaft noch ein wenig zu verlängern. Wir wählten die Wiese und Sonne. Auf Decken. Das war ungemein gemütlich und sehr schnell ganz lustig. Wir hatten Bonbons und Küchlein und als André und der Chef von ihrem kleinen Einkaufsbummel zurück waren auch Brause. Und Wein. Ich hatte noch Wein und dafür war nun der richtige Zeitpunkt. Die schon zur Tradition gewordene Bravo hatte André auch besorgt; nie habe ich mich so alt gefühlt. Dabei habe ich nicht mal selbst darin geblättert. Die vorgelesenen Starnamen und Fragen an das Dr. Sommer Team haben das ganz von allein geregelt. Die Zeit verging, wir wechselten hin und wieder in den Schatten, und nichts tat sich. Ulle hatte sich nach der ersten Buskatastrophe ein bisschen beruhigt, wurde nach guten anderthalb Stunden aber erneut aufgeregt. Wir hatten eine Stunde eingeplant – mit ebendieser zeitlichen Einschätzung hatte der nette Mann im ersten Gefährt uns schließlich zurückgelassen. Jemand rief also die Busgesellschaft an und erreichte dort niemanden. Wieder jemand anderes ergründete mit Smartphone im Internet mögliche Zugverbindungen. Die Herbergsmami, die uns ein letztes Mal nett verabschiedete, steuerte die Nummer der Taxizentrale bei. Wir wären ja auch noch einen Abend lang geblieben, hätten nicht die meisten von uns den Wunsch geäußert, bis 18 Uhr ihr Recht auf Wahlen in Anspruch zu nehmen.



Nach einem gelungenen Abschlusskonzert in der heimeligen Wohnstube von Oma Jule und Opa Robert am Samstagabend ging es am darauffolgenden Sonntag in die Heimatstadt einiger bekannter Chormitglieder.
Als ich am diesjährigen Campustag von einer Freundin gefragt wurde, ob ich mit zur Einführungsveranstaltung des Celebrate Chors komme, hatte ich keine wirkliche Vorstellung, was auf mich zukommen würde. Aber schon nach den ersten Proben stellte ich fest, wie lustig und locker das Klima im Chor ist und wieviel Freude es einem bereitet, einfach dabei zu sein. Daher habe ich auch nicht lange gezögert, als es um die Anmeldung für das Großereignis des Chorsemesters ging: Die Chorfahrt!